Wie sich archäologische von moderner DNA unterschieden lässt

Zu den neuesten und  bekanntesten naturwissenschaftlichen Analysen, die in der Archäologie angewendet werden gehört die DNA-Analyse. Die Verwandschaftgrade von Pharaonen werden bestimmt, die Herkunft Ötzis, aber auch weitläufige Analysen werden vorgenommen. So lassen sich zum Beispiel bei dem Fund einer Nekropole (Ein Friedhof) manchmal die Verwandtschaftsverhältnisse der bestatteten Menschen rekonstruieren. Dabei gibt es allerdings ein Problem. DNA kann leicht kontaminiert sein. Diese Kontaminierung wird zum Beispiel ausgelöst, wenn die Knochen nicht fachgerecht geborgen wurden. Dies trifft vor allem auf Altfunde zu. Denn Knochen die z.B. vor 50 oder mehr Jahren geborgen wurden, wurden ja von Archäologen untersucht, die noch gar nicht wussten, dass sich eine solche Technologie in der Zukunft entwickeln wird. Auch sie haben ihre DNA auf den Knochen hinterlassen. So stellt sich nun die Frage, wie unterscheidet man die Alte von der neuen DNA?

Bislang war das nicht möglich. Kürzlich wurde nun im Journal of Archeological Science eine Methode vorgestellt, die es Ermöglicht die alte von der neuen DNA zu trennen. Die Forscher*innen haben sich dafür mit der Struktur der Aminosäuren beschäftigt, aus denen sich die DNA bildet. Auffällig ist dabei die Aminosäure Cytosin. Sie zerfällt besonders schnell und spaltet sich desswegen als erstes ab. Betrachtet man in wieweit sich Cytosin abgespalten hat, kann man die ältere von der jüngeren DNA unterschieden. Der höhere Grad der Desanimierung (so heißt dieser Zerfallsprozess) spricht für eine längere Zerfallszeit. Deswegen kann diese Methode auch für eine relative zeitliche Sortierung von Archäologisch aufgefunden Knochen verwendet werden. Genau ist das allerdings nicht, denn Umstände, wie Temperaturen, oder auch der PH-Wert des umgebenden Erdreichs wirken sich unterschiedlich auf diese Desanamierung aus. Ein starker zerfall kann also auch bedeuten, dass die untersuchten Proben besonders ungünstigen Bedingungen ausgesetzt gewesen ist.

7 Hünhner und ein Hahn auf Sandboden vor grünen Pflanzen. Der Hahn ist schwarz Braun, die Hühner haben verschiedene Farben.

Und damit zu der Frage: Was war zuerst? Das Huhn oder das Ei? (Foto: Kerstin Riemer)

Getestet wurde dieses verfahren unter anderem an einigen Hühnereiern, deren Authentizität in Frage stand. An dieser Stelle gibt es eine skurrile Forschungslücke. Bei den untersuchten Hühnereiern (2.700 v. Chr.), aus jungsteinzeitlichen Fundplätzen von den Britischen Inseln handelt es sich nämlich um ein Kuriosum. Die Eier sind nämlich um 3.000 Jahre älter als das auftreten der ersten Hühner auf der Insel. Ihre Echtheit konnte aber nun überprüft und bestätigt werden. Die Frage wie die Hühnereier auf die Inseln kamen ist dabei unklar. Zumal auch auf dem europäischen Festland Hühner  erst ab der Eisenzeit (750 – 400 v. Chr.), und zwar auf der Heuneburg, zu beobachten sind. Die Analysen zeigen nun aber, Hühner waren auf den Britischen Inseln schon in der Jungsteinzeit bekannt.

Nach derzeitiger archäologischer Fundlage, war also das Ei zuerst da 😉

Literatur:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0305440320300042