Ein farbenfrohes Pachacamac-Idol

Einst war Pachacmac ein heiliger Distrikt an der peruanischen Küste. 1533 ließ Pizzaro hier einen heiligen Monumentalbau der Inka zerstören. Heute sind es Archäologen, die dieser uralten Stätte auf der Spur sind. Bei Untersuchungen des heiligen Geländes wurden Überreste dieser uralten Religion gefunden. Dazu gehört eine Holzfigur aus der mittleren Epoche (500 – 1000 n. Chr.) der Existenz dieser Tempelanlage. Naturwissenschaftliche Methoden zeigen, die Figur war fast 700 Jahre lang in Gebrauch. Sie stammt aus der Zeit der Wari, dabei handelt es sich um eine Vor-Inka-Kultur. Dann wurde sie offenbar beerdigt, Jahrhunderte bevor die Europäer auf die Inka gestoßen sind. Das zeigen die Unterschiede der Holzanalyse und der Pigmente, die an der Oberfläche der Figur gefunden wurden und die Fundumstände. Die Idolfigur war nämlich mit bunten Farben bemalt gewesen, als man sie beerdigte.

Eine Holzfigur, geschnitzt, sie hat vorne und hinten je zwei vollständiege Körper und ist in etwa einen halben Meter hoch.

Die Pachacamac Figur (Foto: Sepúlveda)

Die Inka bemalten ihre Figuren also genauso wie die Römer und Griechen ihre Skulpturen bemalten. Weil diese Farben aber mittlerweile verblasst sind, können wir diese Figuren nicht mehr in voller Blüte sehen. In den alten peruanischen Kulturen waren Farben aber besonders wichtig. Sie hatten verschiedene Bedeutungen. So wurde eine goldene Bemalung mit der Sonne, eine silberne mit dem Mond assoziiert. Das die Farben einer Idolfigur untersucht werden, ist also wichtig, um die Idolfigur zu verstehen. Es gibt einige wissenschaftliche Methoden, um heraus zu bekommen, mit welchen Farben Figuren bemalt gewesen sind. Bei der Inkafigur wurde die Oberflächenstruktur dafür sorgfältig nach Resten von Pigmenten abgesucht. Außerdem wurde die Figur mit der Röntgenfluorezenzanalyse untersucht (was das ist erfährst du hier im Podcast). Dabei handelt es sich um eine kleine Premiere, denn noch nie zuvor wurde diese Methode auf einen südamerikanischen Fund angewendet. Das Ergebnis zeigt, die Figur war in der Hauptsache rot bemalt gewesen. Aber auch Spuren eines Gelbtons konnten nachgewiesen werden. Da auf der Oberfläche der Figur ein eisenhaltiges Mineral gefunden wurde, besteht auch die Möglichkeit das es sich um weiße Farbe gehandelt hat, welche aber in einem sehr viel kleinerem Ausmaß als die Farben Gelb und Rot auf die Figur aufgetragen war.
Diese Farben deuten allesamt auf einen älteren Abschnitt der Inkazeit hin. Vor allem, da Pizzaro die hölzernen Idolfiguren zwar erwähnt, es also immer noch hölzerne Figuren gegeben haben muss, zu der Zeit in der die Spanier die Kulturstätte zerstörten. Sie beschrieben diese Figuren allerdings ohne Bemalung, sodass der Teil der Kultur in der diese Art der Polychromie wichtig war, bereits verschwunden gewesen sein muss.

Literatur:

https://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0226244&type=printable

https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0226244#sec005

https://www.smithsonianmag.com/smart-news/pachacamac-idol-ancient-peru-180973996/