Das rätselhafte Wissen der Dogon

Im Westafrikanischen Mali lebt eine Kultur, die eine einzigartige Religion erschaffen hat. Die Dogon. Sie bauen spätestens ab dem 15. Jahrhundert ihre Lehmhäuser und Speicherbauten in die schattige Kerbe des Felsplateaus von Bandiagara über der Gondo-Ebene. Es gibt die Vermutung, dass diese Besiedlungsgeschichte begann als zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert immer mehr Menschen vor dem Malischen König flohen. Diese Menschen sollen sich dann hier angesiedelt haben nachdem sie, der Legende nach, die Telem, eine andere Bevölkerungsgruppe, von dem Felsabriss vertrieben haben. Etwa 700 Siedlungen existieren entlang der über 200 km langen Felskante. Diese Siedlungsform ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Die Dogon haben sich lange anderen Kulturen gegenüber verschlossen, was dazu führt das ihre Jahrhunderte alte Religion bis heute erhalten ist. Auch wenn sich die Dogon zunehmen dem Islam zuwenden.

Eine Siedlung der Dogon, Lizenzfreies Onlinebild

Im Zentrum dieser Religion steht der Glaube an ein Ritual das alle 60 Jahre wiederholt werden muss. Dies ist nicht nur das ungefähre Lebensalter eines Menschen, sondern auch die Zeit die es dauert bis der Begleitstern des Sirius diesen einmal umrundet hat. Diesen Begleitstern nennen die Dogon „po tolo“. Sie haben diesen Stern nach der Form eines Korns ihres Hauptnahrungsmittels Digitaria (Das ist eine Hirseart) benannt, da dieser Stern eine eliptische Umlaufbahn hat, die an die ovale Form eines Hirsekorns erinnert. Über astronomische Phänome haben die Dogon ein unglaubliches Wissen angesammelt. Das ist nicht verwunderlich, denn der Mensch ist in der Wahrnehmung der Dogon ein Mikrokosmos, der mit der gleichen Energie wie das Universum angetrieben wird. Es ist nicht ganz klar wie die Dogon ihr Wissen erlangen konnten. Denn viele dieser Himmelsphänomene sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Aber, die Dogon beobachten das Universum sehr genau. Schließlich glauben sie daran, dass jeder von uns selbst eines ist.

Literatur:

Colin Wilson, Kultstätten der Menschheit, London, 1996.

https://whc.unesco.org/en/list/516/

http://www.transafrika.org/pages/informationen-afrika/voelker-in-afrika/dogon.php