Australische Felsbilder und der Fund eines Missing Links

Ganz im Norden Australiens im Wellington Range liegt eine Region welche für die australischen Ureinwohner*innen des Nordens eine besondere Bedeutung hat. Schon lange sind hier Felsbilder bekannt. Sie überraschen auch dadurch, dass sie Szenen zeigen, bei denen es sich vmtl. um die erste Begegnung zwischen europäischen Entdeckern und den Aborigines handelt. Auf diese Art zeichnerisch dokumentiert aus der Perspektive dieser. In den letzten Jahren wurde nun mit einem internationalen Forschungsteam, zu dem auch Aborigines gehören, die Region Awunbarna erkundet. Ein Ort der etwa 100 Kilometer von den bekannten Felsbildern entfernt liegt. Bei dieser Untersuchung konnten 572 lang vergessene Felsbilder an 87 Stellen beobachtet werden. Diese haben eine andere Art der Gestaltung als die bisher bekannte australische Felskunst.

Dunklrote plastisch Ritzungn auf im hllrrote Fels. Mehrere Figuren aus roten plastischen strichn sind zu sehen. Teilweise sind sie sehr verblasst.

Die rechte Figur wird Pianospieler genannt (Bild: P. Taçon).

Die Bilder stamme nicht mehr aus der Epoche in der dynamische Felsbilder gezeichnet wurden und die auf die Zeit um 12.000 vor heute datiert wird. Aber es handelt sich auch nicht um Felsbilder im X-Ray Stil. Eine Stilform, bei der die Felsbilder an Röntgenbilder erinnern und die vor ca. 4.000 Jahren in Australien populär war. Stilistisch handelt es sich um eine Zwischenstufe, die die erstmals bei diesem Forschungsprojekt beobachtet werden konnte. Diese Stufe der Kunst wurde Maliwawa getauft. Ein Wort aus der lokalen Aboriginesprache Mawng. Sie wird in die Zeit zwischen 9.400 und 6.000 Jahren vor heute einordnet.

Die Zeichnung einer Felszeichnug. 4 Figuren sind klar zu erkennen, sie scheien Ringelreihe zu tanze. Darunter ein Mensch mit eier Turmfriesur und zwei Kängurus. Die vierte Figur ist nicht zu endziffern.

Tanz mit den Kängurus? (Umzeichung von Fiona Brady)

Die Felsbilder habe eine Höhe von durchschnittlich ca. 50 cm. Es gibt einige die diese Größe überschreiten. Z.B. Menschen in Lebensgröße. Andere Darstellungen sind nur etwa 20 cm hoch. Die Bilder sind in Rot und dunkelgelb gemalt, wobei das Dunkelgelb durch den Zahn der Zeit heute überwiegend verblasst ist. Die Figuren sind meist an Stellen am Fels entdeckt worden, die nicht leicht zu finden sind. Bei 55% der Malereien werden Tiere gezeigt. 41% der Abbildungen zeigen Menschen, daneben gibt es noch andere Darstellungen z.B. von geometrischen Figuren.

Umzeichnung der Darstellung dreier Bilbies.

Die Umzeichung der Darstellung von Bilbies (Angefertigt von Fiona Brady)

Spannend sind die Szenen aus der Lebens- und der  Vorstellungswelt der australischen Ureinwohner*innen, die in einer Zeit lebten, in der auch in Europa Bilder auf Felsen gezeichnet wurden. Tiere sitzen zusammen. In einem Fall sieht es aus als würde ein Känguru piano spielen und immer wieder Menschen mit den verschiedensten Frisuren. Und dann wieder fantastische Szenen, in denen z.B. Menschen mit Kängurus tanzen. Daneben ein Einblick in die Natur dieser Zeit: Die vermutlich älteste Darstellung eines Seeschweins. Das ist ein Dugong genanntes Tier, dass den Manatis (Seekühe) sehr ähnelt. Wirklich interessant ist die Darstellung von Bilbies. Eine kleine Kaninchenähliche endemische Beuteltierart in Australien, mit einem Rüssel. Bilbies sind im Norden Australiens eigentlich unbekannt, aber die Zeichnungen zeigen: Es gab eine Zeit in der diese Tierart auch im Norden Australiens verbreitet gewesen sind, bevor sie dort ausstarben. Ein interessanter Hinweis auf die Veränderung von Naturräumen im Laufe der Jahrtausende.

Literatur:

(Titelbild: P. Taçon, Ein Makropode – Das ist eine Überzeichnung für Känguruartige Tiere)

Das Journal, in dem die Untersuchung veröffentlicht wurde: https://doi.org/10.1080/03122417.2020.1818361

Wissenschaftspresse:

https://cosmosmagazine.com/history/archaeology/a-missing-part-of-the-rock-art-gallery

https://www.smithsonianmag.com/smart-news/ancient-australian-aboriginal-art-unlike-anything-seen-180975984/

Ein TV-Beitrag aus den BBC-Nachrichten zu diesem Fund: https://www.bbc.com/news/av/world-australia-54383750

Aus den australischen Nachrichten: https://www.abc.net.au/news/science/2020-10-01/bilbies,-thylacines,-dugongs-in-arnhem-land-maliwawa-rock-art/12714194?nw=0