Die Felsritzungen von Valcamonica

Bei diesen beiden freundlich winkenden Menschen handelt es sich um eine Umzeichnung einer Felsritzung aus dem italienischen Valcamonica. Es sind nur 2 von über 140.000 Bildern, die sich in dieser Region an den Felsen der Alpen finden. Ein Gesamtkunstwerk, das nicht an einem Tag geschaffen wurde. Es wird davon ausgegangen, dass die Menschen über 8.000 jahrelang immer wieder neue Bilder erschaffen haben. Angefangen haben die ersten Felsbildkünstler*innen damit bereits in der Steinzeit, die letzten Bilder wurden erst in der römischen Antike erschaffen. Eine der größten Sammlungen von Petroglyphen (so nennt man solche Bilder), ist so entstanden. Diese Bildergalerie erstreckt sich über rund 70 Kilometer entlang des Bergtals. Mehr als 2.500 Felsen wurden dafür verwendet.

Mehr über Interpretation und Fehlinterpretation von Felsritzungen findest du (hier), in einem Beitrag über Verschwörungstheorien.

Die gezeigten Motive stammen aus dem Leben. So gibt es Darstellungen von der Landwirtschaft oder auch Jagdszenen. Eine lange Geschichte zeigt sich in dieser Galerie. Sie zeigt die verschiedensten Zeiten, die das Tal gesehen hat. Denn mit der technischen Entwicklung haben sich über einen so langen Zeitraum auch die Ideenwelten, die Vorstellungen und die Wahrnehmung von dem was normal ist verändert. Dies spiegelt sich wider, in den Dingen die gezeigt werden. Ob Häuser, Pferdewagen oder landwirtschaftliche Geräte; Bilder aus der Gedankenwelt verschiedenster Zeitalter sind in dieser Galerie zu sehen. Manchmal kann man sogar überlegen, ob hier Glaubensvorstellungen dargestellt wurden. Menschenansammlungen werden gezeigt, aber auch immer wieder einzelne Menschen, die einem zuzuwinken scheinen. Auch wenn wir nicht wissen können, ob sie uns wirklich freundlich grüßen, zeigen uns die Menschen der Vergangenheit in so einer Bildergalerie einen Teil ihrer Lebenswirklichkeit, und das durch die Jahrtausende hinweg.

Literatur:

https://whc.unesco.org/en/list/94/

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