DNA-Analysen zeigen wie das Schwein nach Europa kam.

Es war lange ein Rätsel, ob das Schwein sich vom Nahen Osten her über den Europäischen Kontinent ausgebreitet hat, oder ob an gleich zwei verschiedenen Orten Menschen unabhängig voneinander auf die Idee gekommen sind Schweine zu domestizieren (zu Haustieren zu machen). Neue Forschungen zeigen nun ein eindeutiges Ergebnis. Das Hausschwein wurde vor 10.500 Jahren erstmals im Nahen Osten gezüchtet. Diese Tiere verbreiteten sich dann über Kontinente hinweg. In Europa gab es die ersten Schweine dann gegen 6.500 v. Chr. Was die Wissenschaftler stutzig machte war, dass die frühen europäischen Schweine genetisch nur entfernt mit den ersten Schweinen im nahen Osten verwandt sind.

Neue Forschungen zeigen nun, dass es sich dennoch um Nachfahren der Nahosttiere handelt. Die frühe Schweinehaltung und Zucht spielt bei der großen genetischen Varianz eine klare Rolle. Immer wieder vermischten sich Hausschweine mit Wildschweinen. Ob dies nun geschah, weil diese Tiere im Freien gehalten wurden, und sie so auf ihre wilden Artgenossen trafen, oder aber ob die Menschen diese Vermischung sogar absichtlich herbeiführten, um Ferkel mit einer höheren Wetterresistenz zu erhalten ist dabei nicht zu klären. Das Schwein verbreitete sich nach und nach in richtung Europa und vermischte sich dabei unzählige Male mit jeweils einheimischen Wildscheinpopulationen. Das Erbgut unterscheidet sich aufgrund dieser Immer neuen Zwischenkreuzungen sehr voneinander. Um dies festzustellen wurden Schweineknochen aus dem gesamten Verbreitungsgebiet des Jungsteinzeitlichen Hausschweins untersucht. Durch die große Probenanzahl, die in dieser Studie untersucht wurde, konnte der Weg der Schweine-DNA und dessen Veränderung teils sehr detailliert nach gezeichnet werden.

Literatur:

https://www.dainst.org/-/wurzeln-des-europaischen-hausschweins-entschlusselt?redirect=%2Fdai%2Fmeldungen

https://www.pnas.org/content/early/2019/08/06/1901169116