Das beste Essen ever!

Es ist schon einige Zeit her, als ich auf Kreta meine Runden zog. Und wie dem so ist, hat man irgendwann einfach Hunger. Und in meinem Falle großen Hunger. Und mitten im Nichts seht dann plötzlich das Schild „Bio-Taverna“. Eine Fata Morgana. Nein! Denn in weiter Ferne, am Ende des Kretischen nirgendwo steht tatsächlich ein Haus. Mitten im Nichts aber kurz vor der Küste. Je näher man diesem Gebäude kommt, umso mehr ist zu erkennen: Es ist tatsächlich so was wie eine Taverne. Aber auch irgendwie einfach nur ein altes Haus mit einem Garten. In dem Garten stehen Tische und Stühle und eine Oma und ein Opa saßen unter einem Sonnenschirm.

Blick in eine bergige grüne Landschaft

Das kretische Nirgendwo

Die Oma läuft zu mir und fordert mich zum setzten auf. Dann holt sie eine Speisekarte, die offenbar mit Google Übersetzer übersetzt wurde. Ein wunderschöner Text, der mich willkommen heißen solle. Eigentlich sei das kein richtiges Restaurant. Aber die Oma und der Opa bessern sich ihre Rente ein bisschen auf. Sie würden einfach gerne Kochen und man solle sich bei ihnen Fühlen wie bei den eigenen Großeltern. Für sie seinen alle ihre Gäste wie ihre Enkel. Und alles was sie zubereiten sei im eigenen Garten gewachsen und selber gemacht. Der Fisch kommt von einem Fischer aus ihrem Freundeskreis.

Holzscheibe mit beschriftung. Mit Kreide staht dort geschrieben: "You can eat food from, Gardan, Sea an From Grill. Wine and Raki

Schild am Eingang der Bio-Taverna

So etwas Sympathisches habe ich zuvor noch nie in einem Restaurant erlebt. Und das gefühlt am Ende der Welt. Eine nette Omi serviert mir erst einmal einen Orangensaft. Wohlgemerkt, der beste Organgensaft, den ich jemals getrunken habe. Dabei zeigt sie lächelnd auf den Orangenbaum, unter dem ich sitze, weil es dort so schön schattig ist. Und weil ich leider kein Griechisch spreche und sie leider nur Griechisch, verständigen wir uns mit Handzeichen. Ein Huhn läuft vorbei. Sie zeigt darauf und ich schüttel den Kopf. Etwas panisch, ich will ja nicht, dass die Omi jetzt anfängt für mich ihre Hühner zu schlachten.

Ein Teller voll mit handgemachten Bratkartoffeln

Die besten Bratkartoffeln meines Lebens

Schließlich geht der Opa los, gräbt ein paar Kartoffeln aus, wäscht sie und beginnt damit sie zu schälen. Die beiden setzen sich neben mich unterhalten sich fröhlich. Ich verstehe kein Wort, aber ich war doch teil der Familie. Immer wieder stehen die Beiden auf um hier und da irgendwas aus dem Garten zu pflücken. Alles landet nach und nach auf meinem Teller. Ein Berg voller Essen baut sich vor meinen Augen auf. Das beste Essen, dass ich jemals gegessen habe. Am Ende präsentieren mir die Beiden eine Rechnung. Eine Rechnung, die dem was ich gerade essen durfte nicht gerecht wurde. Deswegen zahle ihnen das Dreifache. Noch Tage später frage ich mich, ob das Ganze eine Fata Morgana gewesen ist. Aber die Orangen, die mir die Oma als Dank in meinen Rucksack gepackt hat, beweisen mir, dass das wirklich passiert ist. Und heute würde ich so gerne noch einmal so eine leckere Organe essen.

Drei Teigtaschen auf eine buten Teller

Omas selbst gemachte gefüllte Teigtaschen!