Die Brandruine Notre Dame

Es ist jetzt schon ein dreiviertel Jahr her, dass die Welt fassungslos vor den Bildern des brennenden Notre Dame stehen geblieben ist. Das UNESCO-Welterbe stand lichterloh in Flammen und international überschlug sich die Anteilnahme. So wie bei kaum einem anderen Kulturerbe. Es wurden Gelder freigesetzt, die sich das nur ein halbes Jahr zuvor niedergebrannte Nationalmuseum in Rio de Janeiro, nur hätte erträumen können. Und doch es ist immer noch nicht gesichert, dass der Notre Dame wieder aufgebaut werden kann. Bislang hatte die Brandruine vor allem Glück, denn es gab keinen Sturm, der der stark beschädigten Statik noch weitere Probleme bereitet hätte. Dafür gibt es eine Vielzahl an Problemstellungen, die für so einen Wiederaufbau von Fachleuten geklärt werden müssen. Und da sich die Probleme teilweise gegenseitig bedingen, muss an dieser Stelle sehr viel interdisziplinäres Know-How ausgetauscht werden.

Der Notre Dame von hinten nach dem Brand. Das Dach fehlt, ein Kran hält teile eines Baugerüstes.

Der Notre Dame nach dem Feuer. (Foto: Henri)

Aber was sind die Probleme, für die die Pariser derzeit nach Lösungen suchen?

Zum einen ist der Bau immer noch nicht getrocknet und das Trocknen wird vmtl. noch an die 10 Jahre dauern. Die Wände haben sich mit dem Löschwasser voll gesogen, doch nicht nur diese Feuchtigkeit ist ein Problem. Die Löscharbeiten wurden mit Hilfe des Wassers aus der Seine durchgeführt und diese ist verschmutzt. Diese Schmutzpartikel scheinen sich in den Mauersteinen abzulagern. Welche Folgen das haben wird ist bislang unklar. Zudem war ein Blei ein Baustoff dieser Kathedrale. Im Dach waren gut 250 Tonnen des giftigen Metalls verbaut. Dieses ist während des Feuers teilweise verbrannt, teilweise aber auch auf in das Gebäude heruntergetropft. Die Folge ist, es ist derzeit extrem giftig sich im Notre Dame aufzuhalten. Auch in den umliegenden Straßen wurden zeitweise Bleiwerte festgestellt, die den Sicherheitswert um das 800-Fache übersteigen. Die Bleipartikel und die Verunreinigungen aus dem Löschwasser, sowie im Löschwasser enthaltende Salze scheinen sich chemisch miteinander zu verbinden und zu kristallisieren. Einige Orgelpfeifen des Notre Dame wurden auf ihren zustand hin untersucht, dabei konnten diese Kristalle festgestellt werden.

In der Hauptsache blau-violettes Fenster, dass in einer kreisförmigen Sturcktur angelegt ist, und von daher an ein Madala erinnert. Es ist mit einer vielzahl christlicher Motive verziehrt.

Eines der berühmten Rosetten Fenster des Notre Dame. Es gehört zu der Nordfassade und blieb weitestgehend unbeschadet. (Foto: Bögner)

Zudem sind Schäden durch Ruß und Hitze entstanden. Dies betrifft vor allem die Kunstdenkmäler, aber auch die zum Teil sehr kostbaren Fenster der Kathedrale. Diese wurden nun zum Teil ausgebaut, damit sie von Restauratoren gereinigt werden können. In einigen Fällen sind die Fenster in der Hitze gesprungen. Diese müssen ausgetauscht oder in soweit stabilisiert werden, dass sie wieder in dem Gebäude verbaut werden können. Falls das Gebäude gerettet werden kann. Denn bislang ist die Statik des Gebäudes nicht gesichert, weswegen weitere Teileinstürze möglich sind. Das größte Problem bereiten dabei zwei beschädigte Innenstützen. Zudem sind drei große Löcher in dem Gewölbe, die die Statik beeinflussen.

Eine 3D Annimation auf der in Organge eine Gerüstkonstruktion zur Stütze eingezeichnet ist.

Mit dieser Konstruktion soll das Dach vorübergehend gesichert werden. (Foto: The Art Newspaper)

Das Feuer ist während einiger Renovierungsarbeiten entstanden. Das Gerüst, mit dem das Dach zu diesem Zweck zum Teil eingerüstet gewesen ist, ist ebenso vom Feuer beschädigt worden, wie die Dachkonstruktion. Die verschiedenen Streben, Balken und Stangen sind miteinander verschmolzen, verbogen, und quasi miteinander verknotet. Es ist schwierig dieses Gewirr von dem Dach der Brandruine zu entfernen, aber es drückt zusätzlich auf das fragile Gebäude. Diese Faktoren führen zusammengenommen dazu, dass Experten dem Bauwerk nur eine Chance von 50 % darauf geben, dass es gerettet werden kann. Derzeit wird ausschließlich versucht das Gebäude zu stabilisieren. Dafür wurde Beispielsweise ein großer Regenschirm entworfen, der das Gebäude vor Regenwasser schützen soll. Außerdem wurde eine komplizierte Konstruktion erfunden, von der aus am Dach gearbeitet werden kann. Derzeit besteht die Hoffnung, dass die Statik im Jahre 2021 abschließend gesichert werden kann.

Literatur:

https://www.theartnewspaper.com/news/notre-dame-enters-a-new-and-high-risk-phase-in-its-restoration

https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2019-09/frankreich-deutschland-notre-dame-wiederaufbau-schock-werner-dom.html

https://www.rnd.de/wissen/notre-dame-und-der-giftige-bleistaub-3BJ4BFRHIMMJ66XKC5MUNBPFXQ.html

https://apnews.com/48fee6c01627bca5f212c0f2e35d81cf

https://www.smithsonianmag.com/smart-news/notre-dame-too-fragile-be-saved-180973878/

https://www.deutschlandfunk.de/ex-dombaumeisterin-schock-werner-wiederaufbau-von-notre.2849.de.html?drn:news_id=1085203

https://orf.at/stories/3149035/

Ein Gedanke zu „Die Brandruine Notre Dame

  1. I am so sorry and sad that awful fire caused so much damage to this iconic catherdal. People from around the world were shocked and saddened to watch the terrible fire take this ancient beautiful building.
    It is my hope and prayer as well as people around the world that Notre Dame can be saved and rebuilt as much as it was and can be.
    Please don’t give up on it. Please keep trying, we all need our ancient buildings that represent so much of our past and future.
    Loving regards for Notre Dame

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.