Die Kathedrale von Noyon – Ein Stück christliche Geschichte

Die Kathedrale Place du Parvis im Nordfranzösischen Noyon, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Gemeinde hat heute gerade einmal an die 14.000 Einwohner, um so eindrucksvoller ist die Geschichte des Ortes, die mit der Gründung im römischen Kaiserreich beginnt. Schon 531 wird die Stadt Bischofssitz. 660 wird dann Mummolenus von Noyon der Bischhof des Ortes. Ein Mann der bis heute als Heiliger und Patron derjenigen Schauspieler, die Schwierigkeiten haben sich ihren Text zu merken, verehrt wird. 721 wird der Frankenkönig Chilperich II, in Noyon bestattet. Und so zieht sich die Geschichte des Ortes weiter: Sie ist lang und edel. Immer wieder, werden hier Herrscher gekrönt, die Spuren im europäischen Mittelalter hinterlassen.

Der Chor der Kathdrale von Noyo. Das Gbäude verläuft in 3 Stockwerken, welche sich Jeh nach oben um etwa 1 m Vrjüngen. Das Gebäude besteht aus gräulich-glblichen Gestein. Auf dem Obersten Stpckwerk ist ein Spitz zulaufndes Walmdach mit Bräunlichen Schindeln aufgesetzt.

Der älteste Teil der Kathedrale von Noyon: Der Chor (Foto: Marc Ryckaert [CC BY]).

Bei einer so langen Historie ist es kaum verwunderlich: Die Kathedrale von Noyon gehört zu den ältesten Kirchenbauten in ganz Frankreich. Bereits 1145 wurde mit dem Bau des Chors begonnen.1170 wird dann umgeplant. Das ursprünglich sechsteilige Kirchengewölbe wird zu einem vierteiligen umstrukturiert. Sobald es möglich war, werden auch die Gebeine des Noyoner Heiligen Mummolenus in den neuen Kirchenbau verbracht. Gegen 1210 wird dann etwas in der Kathedrale installiert, was ganz neu war in dieser Zeit in Kirchenbauten: Übereinander angelegte Laufgänge. Diese Innovation taucht gleichzeitig auch in anderen Sakralbauten auf, die in dieser Zeit entstehen. Die Kirchen werden wegen dieser Idee, ebenso wie Noyon selbst, zum Vorbild zukünftiger Kirchenarchitekten werden.

Blick in den Innenraum der Kathdrale von Noyon. Zwei übereinander angelegte Laufgänge. Sie haben je ein Gewölbe aus Marmor.

Neu in der Zeit der Kathedrale von Noyon: Übereinander angelegte Gänge (Foto: Acroterion [CC BY-SA])

Bei dem Kirchenbau, der bis heute über der Stadt thront, handelt es sich um einen gotischen Bau. Er ist 120 m lang und 21,5 m hoch. Das Gebäude entsteht gleichzeitig mit der Gotik selbst. Das heißt, ältere Kirchengebäude im romanischen Stil waren von der Bauart her schwerfälliger. Mit neuen architektonischen Methoden, wie beispielsweise Verstrebungen, die das Gewicht einer solchen Kathedrale abfedern, sollte die Architektur leichter werden. Größere Fenster sorgten so für mehr Licht im Inneren. Eine luftigere verspieltere Atmosphäre konnte so erzeugt werden. Sie stand den eher düsteren Kirchenbauten älterer Zeiten entgegen.

Der Chor der Kathdrale von Noyon von innen gesehen. Licht scheint durch Fenster hinin, dennoch wirkt s ein bisschen Düster.

Düster, aber nicht mehr ganz so Düster. Der Innenraum der Kathedrale von Noyon. (Foto: Daniel Villafruela [CC BY-SA])

Zurzeit des Baus der Kathedrale von Noyon wehte also der frische Wind, einer neuen Kirchenarchitektur, durch Europa. Aber: noch ist es die Zeit der frühen Gotik. Die Mauern sind noch sehr dick und die neuen architektonischen Ideen stehen ganz am Anfang. So wirkt dieser Bau noch schwerfälliger als spätere gotische Gebäude, welche mit einer größeren Erfahrung, z.B. in Bezug auf die Statik dieser Architekturform, gebaut werden konnten. Dies fiel auch den Bauherren von Noyon auf. Und so bauten sie nachträglich noch weitere Fenster in den Kirchenbau, um die moderne Leichtigkeit besser wirken lassen zu können. 1235 werden dann die letzten Arbeiten an der Fassade abgeschlossen. Bei diesen letzten Arbeiten handelt es sich um die Fertigstellung der beiden großen eckigen Türme.

Die Beiden Tümrme der Kathdrale von Noyon. Sie wircken Schwerfällig. Es handelt sich um Viereckiege klobiege Bauten, mit großn langen Fenstern.

Die Türme wurden bei dieser Kathedrale als letztes errichtet (Foto: Zinneke [CC BY-SA]).

Seit dem hat die Kathedrale viele Zeiten miterlebt. 1509 wird in Noyon Jean Calvin geboren, der Begründer des Calvinismus. Eine christliche Lehrmeinung, welche sich ähnlich des lutherischen Evangelismus im ausgehenden Mittelalter entwickelt und die ebenfalls bis heute existiert. Immer wieder zeigt sich: Noyon hat vor allem eine religiöse Geschichte. Und so erkämpften sich die Bürger des Ortes, in der Französischen Revolution, eine Charta, welche es einzelnen Regionen gestattete frei über die Religionsausübung zu entscheiden. Im Ersten Weltkrieg erleidet die Kathedrale dann großen Schaden und muss aufwändig restauriert werden. Gleich zwei Schlachten ereignen sich in dem historischen Ort und ziehen das kulturelle Erbe dabei in Mitleidenschaft.

Die Kathedrale von Noyon thront über dr Stadt. Deutlich sind zwi Hohe viereckiege Kierchtürm mit einem Zpitzn Schindeldach zu rkennen. Auch das Dach der Kirche Selbst erhebt sich über die Stadt. Die Kirche berragt den Ort Noyon um mehrere Stockwerke.

Heute strahlt sie wieder, die Kathedrale (Foto: Public Domain)

Und wer sich jetzt daran erfreuen möchte, dass Denkmal heute wieder in voller Blüte strahlt und es einmal von allen Seiten ansehen will, für den habe ich hier ein kleines Drohnenvideo gefunden:

Anmerkung:

Dieser Beitrag entstand für den Miss Jones Adventskalender 2020. Aufgrund der Corona-Einschränkungen ein Adventskalender, der zum Träumen über fremde Orte anregen soll. Eine Vorfreude auf die Zeit nach der Pandemie. Ich stelle hier ausschließlich Orte vor, an denen ich noch nicht war, wo ich aber gerne einmal hin möchte.

Literatur:

Stefan Gasser, Die Kathedralen von Lausanne und Genf und ihre Nachfolge: früh- und hochgotische Architektur in der Westschweiz (1170-1350), Berlin 2004.

http://www.die-gotik.de/bauwerke.htm

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Mummolenus_von_Noyon.html

https://www.britannica.com/place/Noyon#ref208459

http://www.kathedralen.net/noyon/noyon00.html

Noyon: 2000 Jahre Geschichte