Philipp der Gute – Gründer eines Ritterordens

Philipp der Gute ist als ein Kondolenzbesucher am Maximilian Kenotaph (ungenutztes Grabmal) in Innsbruck dargestellt. Der Herzog wurde nach seinem Tod, gegen 1521 verewigt. Die Figur wurde bereits 1513 entworfen, angefertigt wurde sie allerdings erst 1521. Die Skulptur zeigt einen Burgunder Herzog, der durch geschickte Handels-, Eroberungs- und auch Erbschaftspolitik den Herrschaftsbereich seiner Familie erweitern konnte. Diese Regionen wurden später an das Habsburger Gebiet Kaiser  Maximilians I angegliedert. Dieser Heiratete mit Maria von Burgund die letzte Erbin des Burgunder Reiches, dass Philipp der Gute, nur wenige Dekaden zuvor noch vergrößert hatte. Dass er also als Kondolenzgast an Maximilians Grab gezeigt wird, ist eine logische Konsequenz. Zum einen war Philipp der Gute durch die Heirat mit Kaiser Maximilian verwandt, zum anderen war seine Politik eine gute Vorarbeit für das sich ausdehnende Habsburger Gebiet. Es handelt sich bei dieser Darstellung also um eine gegenseitige Huldigung.

Eine Bronzefigur von einem Mann. Philipp der Gute wird gezeigt mit einem Hut und einen Mantel. Er ist von unten her fotografiert, und nur sein Brustbereich und sein Kopf mit dem Hut sind zu sehen. Im Hintergrund ist helle Kirchenarchitektur. Die Bronzefigur ist Braun. Philipp von Burgund trägt einen mit frazösischen Lilien geziehrten Mantel, der mit einer Kette verschlossen wird, an der ein Anhänger mit einem godenen Vlies hängt.

Bronzefigur: Philipp der Gute von Burgund.

Philipp der Gute lebte von 1396 bis 1467. Er war der Stifter eines Ritterordens mit dem Namen „Das Goldene Vlies“. Diesen Ritterorden gründete er anlässlich seiner Eheschließung mit Isabella von Portugal. Der Orden verband Abenteuerlust, mit christlichen Gedanken, hatte aber den eigentlichen Zweck machtpolitische Ziele der Burgunder umzusetzen. Philipp der Gute wird stets mit dem goldenen Vlies gezeigt. Auch bei dieser Darstellung aus Innsbruck ist zu sehen, dass der Herzog, einen Anhänger an seinem Gewand trägt, der aussieht wie ein totes Schaf. Das ist die klassische Art und Weise, nach der das Goldene Vlies dargestellt wird. Bei dem Goldenen Vlies handelt es sich um ein Widderfell, dass bereits aus der antiken Mythologie bekannt ist. Es soll sich um das Fell des goldenen Widders Chrysomallos handeln, der im Zeustempel geopfert wurde. Später raubten die Griechen dann dieses Fell aus der Region, wo heute Georgien liegt. Dort gibt es tatsächlich Goldstaub in einigen Flüssen und es ist zu vermuten, dass dieses Gold mit der Hilfe von Tierfellen aus dem Wasser gefiltert wurde. So entstand in der Antike vmtl. diese faszinierende Legende nach der Philipp der Gute ca. 2.000 Jahre später seinen Ritterorden benannte. Heute handelt es sich um einen der ältesten Ritterorden, die es noch gibt.

Literatur:

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/KFITEZONEND3UKIMMPT4IPVBJSTLTWRA#0

https://www.nuernberg.museum/projects/show/596-philipp-gute-burgund-innsbruck

https://bawue.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=6861

https://www.habsburger.net/de/kapitel/burgund-ein-mythos-des-spaetmittelalters

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