Freundschaft ist stärker als Hass!

Hallo meine lieben Leser*innen, vor allem die aus Wien.

Ich bin seit gestern Abend tief getroffen, klar es passieren dauernd viele schlimme Dinge. Aber dieses Mal habe ich einen sehr persönlichen Bezug. Was ist also passiert: ein oder mehrere Idioten haben in Wien versucht ein Massaker anzurichten. Und es gibt Tote und Verletzte. Sie haben mein tiefstes Mitgefühl. Dieser Angriff, war tatsächlich ein Angriff auf uns alle. Die Schießerei begann am Schwedenplatz um 20:00 Uhr. Und wer nie in Wien war, dem sagt der Schwedenplatz vielleicht nichts. Deswegen möchte ich kurz etwas zu diesem Ort sagen.

Ich habe 5 Jahre in Wien gelebt, und in dieser Zeit war ich jeden Tag am Schwedenplatz. Denn zum Einen ist hier ein Ort, an dem man gut umsteigen kann mit den Öffis. Hier ist auch der Anlegeplatz für Fähren, die vom Schwedenplatz zum Beispiel bis nach Bratislava fahren. Zum Anderen ist hier ein Ort wo Touristen und Wiener*innen ihre Freizeit verbringen. Auf der einen Seite kann man Cafés, kleine Stände, und Restaurants finden. Von hier aus zu Fuß schnell ins Herz der Innenstadt kommen. Dort gibt es viele weitere Lokale und auch viele historische Orte. Auf der anderen Seite ist der Donaukanal. Einmal über die Schwedenbrücke laufen, und man ist ebenfalls an einem tollen Ausflugsziel. Aber vor allem an meinem Lieblingsort in Wien. Ich weiß nicht wie viele Bücher ich am Donaukanal sitzend gelesen habe. Dort ist die Idee für diesen Blog herangereift. Dort gibt es Open Air Kunst. Ein Bereich, der Agora heißt; ein Kunstprojekt wo Bilder und Skulpturen stehen, die teils vor den Augen der Besucher*innen erstellt werden.

Blick auf de Agora in Wien. Ein kleier Garte, eie Frau legt der Soe, viele Skulpture stehen drum rum.

So sieht es aus, wen man von der Schwedenbrücke auf die Agora schaut. (Bild: Superscheeli)

Mein Lieblingsort war das auch, weil sich dort alle Arten von Menschen herumtreiben. Alle Religionen, alle Nationen, alle Arten von Kunst und Kultur und viele wilde freie Menschen durfte ich dort kennenlernen. Einige der schönsten Momente meines Lebens, erlebt mit völlig Fremden, habe ich dort in Erinnerung. Der Abend, wo ich mit einer chinesischen Backpackerin zusammen ein völlig sinnloses Ballspiel, mit einem Tennisball und zwei Pappbechern, erfunden habe, gehört genauso dazu wie Momente wo mir befreundete Straßenkünstler versucht haben beizubringen mit Feuer zu jonglieren. Es sind Momente der Freundschaft, des Tröstens und getröstet werden, Momente der Zuneigung, des sich verlieben, des sich trennen, Begrüßung und Abschied, die ich hier erlebt habe. Konventionelle und unkonventionelle Lebenswege die sich kreuzen. Ein ganz besonderer Ort für mich, ohne den es auch Miss Jones nicht geben würde. Denn erst in diesem internationalen Klima konnte ich das Selbstvertrauen entwickeln, dass man zu diesem Projekt braucht. Und erleben, dass die Werte die hinter Miss Jones stehen genau richtig sind.

Hochbeete aus paletten gabut mit viele grünen Pflazen.

Auch in der Nähe kann man sich in Gemeischaftsgärten betätigen. (Bild: Jens)

Natürlich gab es dort auch doofe Momente, mit Menschen, die ich lieber nicht treffen wollte. Aber so ist das im Leben halt. Als ich gestern um 20 Uhr gesehen habe, das genau gegenüber, auf der anderem Seite des Donaukanals der Terror plötzlich einfach da war, hat es mich stark getroffen. In den Abendstunden war es für mich lange normal kurz zum Schwedenplatz zu gehen, um mir Abendbrot zu besorgen. Mir ist ganz klar: das ist eines der freisten Orte in Wien. Und damit war das ein Angriff auf die Freiheit, auf die Lebensfreude, und auf die Verschiedenartigkeit die Menschen haben können. Und mit diesem Wissen, macht es mich unfassbar traurig, dass es heute offenbar Leute gibt, die dies bekämpfen. Ich habe viel mit Wiener Freunden und Freundinnen geschrieben, seit gestern Abend.

Viele hatten Angst. Einige waren mehr oder weniger dicht am oder auch im Geschehen. Ich bekomme immer noch Rückmeldungen aus Wien, ob es den Leute gut geht. Und ich habe auch immer noch Angst um einige, die sich bislang nicht gemeldet haben. Denn das jemanden, den ich lieb hab, etwas passiert ist, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Wie gesagt, die Agora war lange unser gefühltes Wohnzimmer und der Schwedenplatz, gleich gegenüber, unsere gefühlte Küche. Als ich noch im 2. Bezirk gewohnt habe, stand mein Bett auch noch nebenan. Und ich hoffe einfach für alle, dass sie Okay sind. Und ich habe einen Wunsch:

An diesem Ort, wo ich so viele bunte Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt habe, wo ich Freunde aller Religionen gefunden habe, da hat im kleinen etwas funktioniert, was uns sehr wichtig war. Das Miteinander, das freie Leben und die Freundschaft über unsere Unterschiede hinweg. Ich möchte nicht das diese Werte kaputtgehen, und ich lebe diese Werte auch in dem Projekt Miss Jones. Hirnrissige Attentate, die diese Art des gemeinsamen und des Freiseins angreifen, sollen keine Chance haben. Ich wünsche mir, dass wir an diesen Werten festhalten. Denn sie stehen für wahren Frieden und für echte Freundschaft. Und in einer Sache, war ich mir mit allen Menschen aus Wien, mit denen ich bislang reden konnte einig: Freundschaft ist stärker als Hass! Also lasst uns Freundschaft leben. Und in diesem Sinne schicke ich freundschaftliche Grüße von ganzem Herzen an all die Menschen die gestern große Angst hatten, die verletzt wurden, und natürlich auch an diejenigen die diesen Wahnsinn nicht überlebt haben.

Ein Gedanke zu „Freundschaft ist stärker als Hass!

  1. Danke für deine Zeilen- das lässt hoffen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen … solche Menschen wie dich sollte es mehr geben…dann wär die Welt schöner und reicher. Ich wünsche mir für meine Enkelkinder ( 2 und 4 Jahre) keine gespaltene Gesellschaft und auch keine Glaubenskriege
    Lieben Gruß
    Irene Pezzei aus Wien

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