Auf der Flucht vor der Pantomime

Die Innsbrucker Gassen sind nicht nur zauberhaft, sondern manchmal auch verdammt gruselig. Als ich für euch unterwegs war, um einige besonders tolle Fotos zu machen, dachte ich für einen kurzen Moment, ich würde verrückt werden.
Es war noch ganz in der nähe vom Goldenen Dachl als auf einmal eine Pantomime, zu mir herüber tänzelte und mir zu wisperte „Psst“ „Psssst“ „PSSSST!“. Es war mir ein wenig unangenehm. Also ich schlich mich davon. Ein kleiner Gang, eine Seitenstraße, ein tolles Bild dachte ich, machte ein Foto, drehte mich um. Da steht die Pantomime plötzlich hinter mir. Wie eine Statue. War sie mir hinter her gelaufen?
Ich ging ein paar Gassen weiter. Warum sollte mich eine Pantomime verfolgen, so ein Quatsch dachte ich. Bis ich Schritte hinter mir Merkte, ich drehte mich um, die Pantomime prallte in diesem Moment an einer unsichtbaren Wand ab, und lang platt auf dem Boden, in einer dieser Seitengassen, in denen sonst nie ein Mensch lang läuft. Ich schnauzte diesen Nervenräuber an, dass er oder sie, mich gefälligst in Ruhe lassen sollte.

Den ganzen Tag lief ich noch durch Innsbruck. Und immer mal hatte ich den Eindruck, dass hinter der ein oder anderen Mauer eine Pantomime kurz den Kopf hervor streckte, mich beobachtete und dann wieder verschwand.

Am Abend setzte ich mich an den Inn. Plötzlich setzte sich ein alter bekannter neben mich, den ich ein paar Jahre nicht gesehen hatte. Wir kannten uns von einem Schauspielworkshop, an dem ich aus Spaß mitgemacht hatte. Ich freute mich riesig und hatte überhaupt nicht mit ihm gerechnet, denn meines Wissens lebte er nicht nur in einer anderen Stadt, sondern gleich in einem ganz anderen Land. „Hast du mich gar nicht erkannt, fragte er!“ und zog ein Pantomimenkostüm aus seiner Tasche.

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