Ein verdammt lauter Knall

Am 6. Mai 1878 wurden mitten in der Nacht die Bewohner Göttingens von einem lauten Knall geweckt. Diesen konnten sie zunächst nicht einordnen. Das ist kein Wunder, war doch die Ursache des plötzlichen Geräusches, die Explosion in einer Pulverfabrik, die im 250 Km entfernten Wedel bei Hamburg stand. Die hier ausgelöste Druckwelle war so stark, dass selbst in 60 km Entfernung noch Fenster entglast wurden.
10 Menschen starben bei diesem Unglück, darunter auch der Fabrikbetreiber selber. In der direkten Umgebung wurde nicht nur die Fabrik selbst, wie auf dem Foto zu sehen ist total zerstört, sondern auch umliegende Wohnhäuser. Die Fabrik war zu diesem Zeitpunkt tatsächlich erst ein Jahr alt. Sie wurde trotz dieses Unglücks und gegen den Protest der Anwohner*innen noch bis 1903 weiter betrieben. Die Anwohner verhinderten aber den Bau einer Dynamitfabrik in ihrer Umgebung.

Eine Grafik eines scheinbaren Polaroidbildes. Das Bild zeigt die Reste einer explodierten Fabrik. Überall liegen trümmer, nur ein Schornstein steht noch dort.

Aber was hatte die Katastrophe überhaupt ausgelöst? Aus den Gerichtsakten ist zu entnehmen, das hier Fahrlässig gehandelt wurde. Brandschutzbestimmungen wurden nicht ernst genommen. Diese Brandschutzbestimmungen gab es nicht ohne Grund, denn bereits zuvor waren immer wieder Pulverlager oder Fabriken explodiert. Genau ist aber nicht klar, wie der Funke entstand, der dazu führte, dass 1,3 Tonnen Schwarzpulver mit einem Mal in die Luft gingen.

Literatur:

Wedel – Stadt im Wandel der Zeiten von Gunther Gerhardt (2012)

Wedel – Eine Stadtgeschichte von Carsten Dürrkopp (2000)

https://www.wedel.de/leben-in-wedel/stadtleben/geschichte-der-stadt/historisches-kalenderblatt/1800-1899/mai-1878-explosion-der-pulverfabrik.html

https://www.shz.de/lokales/wedel-schulauer-tageblatt/als-die-pulverfabrik-in-die-luft-ging-wedels-grosse-explosion-id19197526.html