Die Stunde Null – Das heißt Neubeginn

Der Moment wo ein schrecklicher Krieg vorbei ist. Der Moment, wo Menschen in Trümmern leben und sich große Narben durch die Städte und die Menschenseelen ziehen. Doch das Leid scheint weniger zu werden, denn es fallen keine Bomben mehr. Diesen Moment nennt man Stunde Null. In der Deutschen Geschichte gab es diese Stunde Null. Das völlig zerstörte Land wurde wieder aufgebaut. Es begann wieder ein normales Leben in der frisch entstandenen Bundesrepublik. Und damit sind wir ein Beispiel. Denn was soll nun z.B. aus Syrien werden? Das Schlachtfeld das der Krieg dort hinterlassen hat ähnliche Ausmaße. Der Schaden an Mensch und Lebensraum ist gewaltig. Aber Syrien kann von der deutschen Wiederaufbaugeschichte profitieren. Kürzlich erschien zu dieser Idee eine Onlinepublikation des Deutschen Archäologischen Instituts unter dem Titel: „Nach der Stunde Null – Aus Nachkriegserfahrungen für Syrien lernen? Denkmalpflege, Archäologie und Städtebau als internationale Aufgabe“.

En Panzer fährt durch eine Strasse auf der Schutt liegt. Größere Schuttberge liegen links und rechts. Hinter den Schuttbergen sind Ruinen von Wohnhäuern zu erkennen.

Aleppo im Jahre 2016. (Foto: Russisches Verteidigungsministerium [CC BY 4.0])

In diesem Werk geht es um den Wiederaufbau von Städten, die einerseits wieder als ein wertvolles Kulturerbe gelten sollen, andererseits aber auch darum eine Lebenswerte Stadt für die Syrer*innen zu schaffen. Eine Grundlage für eine friedliche Zukunft zu schaffen. Das kann nur in Zusammenarbeit mit den betroffenen funktionieren, für die mit einem Wiederaufbau ein neues Leben beginnen kann. Archäolog*innen und Denkmalpfleger*innen helfen bei diesem Neuaufbau in der Stunde Null. Sie registrieren welche Denkmäler in Syriens noch zu retten sind und analysieren diese Orte dazu Digital. Zum Beispiel werden alte Fotos und Zeichnungen verwendet, die dabei helfen heraus zu finden, an welcher Stelle einzelne Trümmerteile gehört haben. Die Frage, ob man diese Stätten so wieder aufbauen will, muss kontrovers diskutiert werden. In Deutschland wurde die Wiederaufbauphase z.B. genutzt, um sich dem aus der Mode gekommenen Historismus zu entledigen, der heute wiederum als Altstadtschick gilt. Mit etwas zeitlichen Abstand gesehen, ein Frevel. Der Wiederaufbau einer Ruinenlandschaft hat also viele Aspekte, die bedacht werden müssen. Von Praktikabilität, über Mode und Lebensstandard bis hin zu Denkmalschutz. Wenn du jetzt mehr darüber wissen willst, wie man aus einer Trümmerlandschaft wieder eine lebenswerte Umgebung macht, die 219 Seiten starke Publikation ist im Onlinereader des DAI kostenlos erhältlich: https://www.dainst.org/-/neuerscheinung-nach-der-stunde-null?redirect=%2Fdai%2Fmeldungen