Giftig, giftiger, Paläo?

Die Idee der Paläodiät ist, eine Ernährung, wie unsere Vorfahren zu praktizieren. Also mit den Nahrungsmitteln, die in der Entstehungszeit des Homo Sapiens zur Verfügung standen. Das könnte gesünder sein, weil der Mensch ja für diese Lebensmittel gemacht ist. Aber stimmt diese Annahme überhaupt? Zum einen muss man sagen, es ist schwierig sich heutzutage wirklich paläolithisch, also Altsteinzeitlich,  zu ernähren. Beispielsweise hat sich das Klima sehr verändert und mit ihm auch die Flora und Fauna. So ist der Bestand an Mammutsteaks in den letzten 15.000 Jahren im Nahrungsangebot des Menschen beispielsweise genauso stark zurückgegangen, wie die allgemeine Anzahl an Mammuts auf der Erde.

… Aber man kann ja versuchen sich zumindest an der Ernährungsweise in der Altsteinzeit zu orientieren… werden die Verfechter der Paläodiät dem entgegnen. Und das ist tatsächlich möglich. Aber haben sich die Menschen im Paläolithikum tatsächlich gesund ernährt?

Eine Grafik mit einem grauen Hintergrund auf der einige in schwarz dargestellten Felsfilder zu sehen sind. Es werden Menschen gezeigt die mit Pfeil und Bogen Rotwild jagen.

Die Jagt ist für viele Menschen wohl Inbegriff einer Steinzeitlichen Ernährung (Foto: Hausmann).

Tatsächlich war die Ernährung im Paläolithikum an die Landschaft angepasst. Es gab Großwild in den Steppen und Fischfang an Gewässern, es gibt also nicht „Die“ Ernährung, doch es zeigt sich das beispielsweise verschiedene Wildtiere gegessen wurden. Norwegische Archäolog*innen sind nun zu der Feststellung gekommen. Die Schwermetallbelastung ist in paläolithischen Knochen besonders hoch. Teilweise durchschnittlich bis zu 20 % höher als bei einem heute lebenden Menschen. Dies hängt unmittelbar mit der Ernährung zusammen. Beim Verzehr von Pflanzen werden kleine Mengen Schwermetall von einem Körper aufgenommen. Wird dieser Organismus gegessen, wird diese Schwermetallbelastung von dem nächst höheren Tier in der Nahrungskette mit aufgenommen. Die Schwermetallbelastung steigt dadurch exponentiell innerhalb der Nahrungskette. Und da der Homo Sapiens gerade im Paläolithikum viel Fleisch und Fisch konsumiert hat, ist die hohe Schwermetallbelastung erklärbar. Aber: Menschen sind dazu vorgesehen auch tierische Nahrung zu essen. Der Konsum ist also nicht grundsätzlich ungesund. Die norwegischen Forscher*innen kommen deswegen zu dem Schluss, die Ernährung im Paläolithikum war zwar gesund, aber giftig, denn durch Schwermetalle werden innere Organe irreparabel geschädigt.

Literatur:

https://www.sciencemag.org/news/2020/02/real-paleo-diet-may-have-been-full-toxic-metals

 

Ein Teil der Literaturangaben ist mir derzeit selber aufgrund der Coronakrise nicht zugänglich.