Die Schlange mit dem Entenkopf

Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurde in Ostia eine 2,23 m große Skulptur der Hygieia aufgestellt. In dem zu diesem Zeitpunkt bereits 400 Jahre alten Asklepiosheiligtum an der Porta Marina wurde der Göttin in dieser Zeit mit einem neuen Ebenbild gehuldigt. Asklepios und Hygieia verbindet dabei nicht nur das gemeinsame Thema Gesundheit, sondern auch ein Symbol: Die Schlange. Mit dieser werden sie stets gemeinsam abgebildet. Wer sich aber nun diese Hygieia, die Heute im Schloss Willhelmshöhe, in der Kasseler Antikennsammlung ausgestellt ist, genauer ansieht wird vor allem eines bemerken:
Die Schlange hat einen Entenkopf.
Es ist nun nicht so, dass sich die Römer an dieser Stelle einen Scherz mit uns erlaubt hätten. Tatsächlich nagte der Zahn der Zeit an der antoninischen Skulptur, sodass der Schlangenkopf bereits verschwunden war, als sie schließlich in Kassel landete. Landgraf Friedrich II hatte die Figur 1777 in Rom erworben, um sie seiner Sammlung hinzu zu fügen. Doch zunächst lies er sie mit den zu seiner Zeit modernen Methoden restaurieren. Das hieß auch, dass Teile, wie der fehlende Schlangenkopf ergänzt wurden. Da aber die Schlangen der Antiken Welt, in der hessischen Neuzeit nicht geläufig wahren, rekonstruierten die Restauratoren an dieser Stelle kurzerhand etwas das sie kannten: Einen Entenkopf.

Literatur:

http://antikeskulptur.museum-kassel.de/show.html?gruppe=2&nr=5

http://www.antike-heilkunde.de/AntikeHeilkunde/Aerzte/Asklepios/Asklepios.php#hygieiastatuekopf