10 Orte, die ich unbedingt mit eigenen Augen sehen will

Reisen ist meine Leidenschaft, mir die Hinterlassenschaften von Kulturen genauer anzusehen sowieso. Die Orte, die ich gesehen habe, seit dem ich diesen Blog schreibe, habe ich oft gezeigt. Aber es gibt einige Orte, die will ich in meinem Leben unbedingt ansehen und euch darüber berichten, wo es nicht so einfach ist hinzukommen! Ich habe euch meine Top 10 Traumziele herausgesucht. Mein Traum geht in Erfüllung, wenn ihr über all diese Orte auf diesem Blog als Reisebericht lesen dürft:

1. Maccu Piccu

Der Maccu Piccu hat mich als Jugendliche schwer begeistert. Die Geschichte seiner Wiederentdeckung und von den Strapazen im Regenwald haben mich inspiriert. Hiram Bingham schlug sich 1911 für diese Entdeckung durch den Regenwald, hinauf zu dieser Bergsiedlung. Sie zu erklimmen war extrem strapaziös. Tatsächlich lieferte sich Bingham dabei einen nie ausgesprochenen Wettkampf, darum wer mehr Entdeckungen gemacht hat, mit Annie Peck. Eine Archäologin, und Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht. Tatsächlich war den Einheimischen der Maccu Piccu durchaus bekannt. Den weißen Wissenschaftler*innen allerdings nicht. Ein Phänomen, das auf viele Orte zutrifft und das mich heutzutage ein wenig beschämt. Denn nur, weil etwas nach dieser einen Art von Weltbild nicht bekannt ist, handelt es sich noch lange nicht um eine Entdeckung. Aber die Faszination, die ich damals für die Abenteuer von Entdecker*innen verspürt habe, ist geblieben. Der Machu Piccu ist also eine der Quellen für meine ganz persönliche Faszination.

Machu Picchu

Bingham entdeckte diese Stätte, obwohl er keinerlei Interesse für die Inka empfand. Er war immer ein Entdeckter und wurde nie wirklich ein Archäologe. In seinen Aufzeichnungen beklagt er sich über die vielen Schlangen. Diese bissen während der Expedition zwei Maultiere. Er überquerte reißende Stromschnellen und dichten Urwald. Am Macchu Piccu angekommen, musste er feststellen, wie einzigartig die Tempelgebäude, die er zu sehen bekam waren. Die Stadt liegt in 2430 m Höhe auf einer Felskuppe umrahmt von Zuckerhut-förmigen Gipfeln und ist außergewöhnlich gut erhalten. Allerdings wurde der Ort mehrfach geplündert. Die Konquistadoren des 16. Jahrhunderts bedienten sich vor allem an den Edelmetallen. Aber nicht nur sie plünderten diese Städte. Generationen von Grabräubern leben in Lateinamerika. Lange waren es fast ausschließlich Schatzjäger, die sich für die Archäologie in diesem geografischen Gebiet interessierten. Es blieben infolgedessen nur wenige Gegenstände zurück, um eine Analyse machen zu können. Auffällig viele Frauen wurden an dieser Stätte beerdigt, die Bingham untersuchte. Ihm wurde unterstellt die Reichtümer, die ja zuvor bereits geplündert wurden, zu unterschlagen, da er in der Hauptsache Knochen und Scherben mitbrachte. In Peru drohte ihm deswegen sogar die Verhaftung, weswegen er das Land fluchtartig für immer verließ.

2. Kloster von Lalibela

Das erste Mal, dass ich von Lalibela gehört habe liegt erst einige Jahre zurück. Seit dem fasziniert mich dieser Ort. Die Idee, dass Kirchen nicht von unten nach oben gemauert wurden, sondern von oben nach unten aus einem Stein geschlagen wurden, ist genauso faszinierend, wie die christliche Geschichte Äthiopiens. Ich stelle es mir unglaublich eindrucksvoll vor, diese Stätte einmal mit eigenen Augen zu sehen, denn  diese Bauweise unvergleichlich. Es ist ein Skandal, dass heutzutage kaum ein Europäer von dieser Geschichte weiß. Denn bis in das Mittelalter hinein war Äthiopien bestens mit den europäisch christlichen Mächten vernetzt. Handelsrouten, und der gleiche Glaube verband die Regionen. Es die Konflikte mit dem islamischen Großreich die einen Keil zwischen Europa und Äthiopien schob. Der christliche Glaube hat sich dort allerdings bis heute bewahrt.

Aus einem Fels geschlagen. Die Monolithkirche in Lalibela.

Laut der Legende wird in Lalibela ein ganz besonderer Schatz gehütet: die Bundeslade. Und doch geriet dieser Teil der europäisch-afrikanischen Geschichte fast in Vergessenheit. Dabei ist Lalibela für mich nur ein Symbol, für eine ganze Region, die eine Kultur hat, die ebenso in die Antike reicht, wie beispielsweise die griechische Kultur. Megalithen aus der vorchristlichen Zeit zeugen davon. Die Berühmtesten finden sich in Aksum. Es handelt sich um mehrere Meter hohe Stelen, welche so behauen sind, dass sie die Optik von Wolkenkratzern haben. Darüber würde ich euch gerne mehr berichten und deswegen Träume ich davon einmal eine Reise nach Äthiopien zu machen.

3. Arizona

Die Navajo sind eine Gruppe der „Native Americans“, welche in der Wüste ansässig war. Diese Menschen haben sich Häuser in einem Felsvorsprung errichtet. Und das vor 1400 Jahren. Jedes Mal, wenn ich Bilder von dieser Stätte sehe schaue ich sehnsuchtsvoll zu meinem Rucksack herüber. Dabei wäre der Besuch dieser Stätte für mich kein Selbstzweck. Es geht mir Darum, dass die Spuren der Native Americans heute bedroht sind. Es sind sowohl Navajo als auch Hopi, Sinagua und Pueblos, die hier ihren Lebensraum haben. Trockenlandfarmer, die vom Mais und Bohnenanbau lebten. Sie entwickelten dafür ein cleveres Bewässerungssystem mit Staudämmen, Kanälen und Pools in der Wüste. Die Pueblos lebten bis vor 150 Jahren noch in diesen Häusern, im Walnut Canyon. Und gerade im Walnut Canyon ist es schwierig Wasserwirtschaft zu betreiben. Heute beanspruchen die Hopi dieses Gebiet als ihre ursprüngliche Heimat und belegen dies mit archäologischen Fundstücken.

Eine Siedlung die in eine Felsspallte in einem Canyon gebaut wurde

Eine Siedlung um Canyon de Chelly (Foto:: Dassel)

Die Menschen hinterließen auch faszinierende Felszeichnungen am Colorado River im Glen Canyon. Vor allem Tiere werden hier abgebildet. Diese Petroglyphen werden der Kulturgruppe der Anasazi zugerechnet. Aber es gibt auch Felszeichnungen jüngeren Datums. Im Canyon de Shelly finden sich zum Beispiel Darstellungen auf denen spanische Truppen gezeigt werden. Die Kunst Felsen zu verzieren also bis nahezu in die Gegenwart aktuell. Neuere Bilder stammen allerdings von den Navajo. Die größten Felsbilder finden sich am „Newspaper Rock“, der so heißt, weil die Navajo  auf diese Art historische Momente festhielten. Doch heute ist dieses Kulturerbe in Gefahr. Die Politik von Donald Trump ist dabei das größte Problem. So hat dieser das „National Monument Bears Ears“ um 85% seiner Fläche verkleinert. Darunter leiden die Native Americans, die ihre Kultur beschützen wollen, aber auch das Kulturerbe selber. Wenn ich das Geld hätte, ich würde hinfahren und darüber berichten.

4. Timbuktu

Timbuktu ist eine der interessantesten Orte der frühislamischen Geschichte. Eine Stadt gebaut aus Lehm. Unermesslich schöne Moscheen und Bibliotheken. Mitten in der Wüste entstand die Stadt am Niger, im 12. Jahrhundert. Ein Knotenpunkt in der Mitte Westafrikas, der im 14. Jahrhundert seine größte Blüte erlebte. In dieser Zeit wurden die Djinger-ber und die Sankoré Moschee errichtet. Einige der eindrucksvollsten Gebäude Westafrikas. Zudem ist Timbuktu ein Ort der Schrift, der Gelehrten und der Hochkultur. Doch diese Region ist bedroht und das trotz der unendlichen Schönheit. Der IS hatte Timbuktu eingenommen und die Menschen aus Mali unterdrückt. Sie haben sie alte Stätten, und Bibliotheken in Flammen gesetzt. Seit wenigen Jahren sind die Terroristen vertrieben worden.

Einige der ältesten islamischen Schriften stammen aus Timbuktu, sie stammen zum Teil aus dem 12. Jahrhundert. Heute sind sie in einem schlechten Zustand und werden mit Deutscher mithilfe derzeit restauriert, doch es wird kaum möglich sein alle Schriften zu retten. Darüber wie diese Manuskripte gerettet wurden, könnt ihr etwas in diesem Buch von Charlie Englisch nachlesen. Heute ist die größte Bedrohung für diese Schriften, die nicht vielfach nicht fachgerechte Lagerung. Ich möchte nach Timbuktu fahren, um diesen mutigen Menschen dafür zu danken, dass sie dieses Erbe gerettet haben. Sie haben mich im Herzen bewegt und mir immer wieder Mut gegeben mich für das kulturelle Erbe einzusetzen. Ich möchte ihnen eine Stimme geben. Aber ich möchte auch, diese wundervolle Stadt aus Lehm einmal mit eigenen Augen sehen. Heutzutage ist es aber nicht ganz ungefährlich, sich gerade als weiße Frau dort zu bewegen. Die politische Lage in Mali bleibt angespannt. Denn nicht nur radiklislamistische und demokratische Gruppen treffen hier aufeinander, sondern auch verschiedene Ethnien wie zum Beispiel die Tuareg oder die Fulbe und auch Westliche Unternehmen, die in der Wüste Rohstoffe wie Uran abbauen. Dazwischen schwelt ein weiterer Konflikt zwischen Christen und Muslimen. Ich möchte nach Timbuktu, nicht um Abenteuer zu erleben, sondern vor allem um zu lernen und um zu verstehen, was da passiert.

5. Die Ebene der Tonkrüge

Die Ebene der Tonkrüge üben auf mich eine besondere Faszination aus, so wie viele Megalithen. Aber in diese Großsteine sind so bearbeitet, dass es aussieht, als ob riesengroße Krüge in der Landschaft liegen und das ist außergewöhnlich. Ein weltweit einzigartiges Kulturgut. Der Besuch ist aber nicht ungefährlich. Zwar liegt die Ebene der Tonkrüge in Laos, trotzdem wurde die Region vom Vietnamkrieg in Mitleidenschaft gezogen. Noch immer lauern hier Tretminen im Boden und die Bauern dieser Gegend können ihre Felder nicht bewirtschaften. Deswegen ist dieser Landstrich heute sehr arm.

Ein Tonkrüge in der Landschaft

Ich würde hier gerne einmal hinreisen. Aber nicht nur um die einzigartigen Megalithen zu dokumentieren. Dies passiert seit kurzem in einem Forschungsprojekt, dass in diesem Jahr zu ganz neuen Ergebnissen gekommen ist. Demnach wurden um die Krüge drum herum Menschen bestattet. Ich wäre selber unglaublich gerne dabei, wenn an dieser Stelle weiter geforscht wird. Aber ich möchte auch dort hinreisen, um herauszubekommen, wie man den Anwohner*innen am besten helfen kann. Ich möchte auf diese Tretminen aufmerksam machen und mich dafür einsetzten, das die Menschen und das Kulturerbe von dieser Last befreit werden.

6. Angkor

Zugegeben, hier möchte ich tatsächlich nicht aus irgendwelchen Weltverbesserer Gründen hin, auch wenn es hierzu genug Anlass gäbe. Immer wieder werden aus dieser Stätte einzelne Skulpturen und Reliefs gestohlen und dem illegalen Antikehnandel zugeführt. Tatsächlich ist das aber eine Sache, bei der ich nicht wirklich weiß, wie ich mich für den Schutz der Stätte einsetzen kann. Ich möchte diese Anlage besuchen, weil mich ihre unendliche Schönheit fasziniert. Seit etwa 3000 v. Chr Siedlungen gibt es hier Siedlungen und wechselhafte Epochen mit besonderen Momenten der Geschichte. Götterdarstellungen weisen auf den Hinduismus hin, aber der Ort hat auch eine buddhistische Geschichte.

Angkor, einfach ein beeindruckendes Bild. (Fotot: Bjørn Christian Tørrissen CC BY-SA)

Auffällig ist, das in Angkor zunächst kaum Frauen dargestellt werden, was sich zwischen 635 und 700 dann aber plötzlich ändert. Die Figuren waren filigran und trugen individuelle Gesichtszüge. Im 11. Jahrhundert bricht dann eine Zeit an, die das goldene Zeitalter genannt wird. Angkor hatte einen Machteinfluss der sich bis über weite Strecken des heutigen Laos hinzog. 1181 wurde die Region von Jayavarman VII besetzt. Dieser war Buddhist und ersetzte die bisher praktizierten hinduistischen Bräuche mit seinen Wertvorstellungen. Die gesamte Architektur und Bilderwelt ändert sich schlagartig. Ich würde sehr gerne dort hinfahren und euch über diese wechselvolle Geschichte berichten. Über einen Wandel in der Wahrnehmung von Geschlechtern, aber auch Wechsel in den Religionen und Weltanschauungen. Während in Europa Burgen gebaut wurden und Ritter sich um ihre Ansprüche stritten, war es hier ein Kampf zwischen Buddhisten und Hinduisten, der die Gemüter erhitze. Diese Religionen haben zuvor friedlich in Angkor zusammengelebt. Dass wir uns mit diesen Phänomen beschäftigen, kann nur gut für unsere heutige Zeit sein.

7. Orkney Inseln

Die Orkneyinseln liegen ganz im Norden der Britischen Inseln. Mich fasziniert seit je her ihre Lage inmitten der rauen See. Aber auch Archäologisch handelt es sich hier um ein hochinteressantes Gebiet. Irische Mönche hinterließen hier ihre Spuren und auch die Wikinger, die von hier aus die Shetlandinseln besiedelten. Viel interessanter aber, finde ich die Spuren, die die Menschen der Steinzeit hinterlassen haben. Sie sind um die 5.000 Jahre alt. In Skara Brae können wir heute eine einzigartige Siedlungslage sehen. Die Frage, warum die Menschen ausgerechnet auf den abgeschiedenen Inseln gesiedelt haben und nicht auf dem Festland, kann man lange diskutieren. Fakt ist, sie haben dort gelebt und dort auch gestorben. Davon zeugen Steinkammergräber, welche zum Teil begehbar sind. Ein besonders eindrucksvolles Kammergrab ist dabei das Kammergrab von Maes How.

Ein Blick nach Skara Brea. Eindrucksvoll, aber man kann es sich vmtl. nur vorstellen, wenn man es selber gesehen hat. (Foto: John Burka CC BY-SA)

Auffällig ist, die architektonische Ähnlichkeit zwischen dem Großsteingrab und der  Siedlung in Skara Brae. Hier wurden 6 aus Stein gebaute runden Häuser zum Teil noch mit Einrichtungsgegenständen entdeckt. Dieser Fund ermöglicht einen einzigartigen Einblick in das Leben der späten Jungsteinzeit. Begeistert bin ich von dieser Stätte vor allem, weil ich mich frage, wie eine solche Megalithkultur entstehen konnte. Ich möchte mir alles besonders gut einprägen und meine Vorstellungswelt über die Steinzeit, mit den realen Fundstücken ergänzen. Denn in diesem Falle reicht meine Vorstellungskraft nicht aus mir das zu erschließen, was ich nur durch das Lesen herausbekommen kann. Auf den Orkneyislans möchte ich also der Frage auf den Grund gehen, wie der Mensch eigentlich tickt.

8.Tiegernest-Kloster

Das Tigernest-Kloster ist vermutlich nur eines von vielen erstaunlichen Gebäuden im Himalaya. Aber es ist eines, der wenigen die ich kenne. Die Faszination, die dieses Kloster auf mich ausstrahlt, liegt zum einen an der unglaublichen Architektur. Das Tigernest-Kloster liegt direkt an einem steilen Felsabriss, auf einer schmalen Kannte. Zum anderen liegt dieses Kloster in einer für mich fremden Welt, und diese würde ich gerne näher kennenlernen. Die Welt der buddhistischen Mönche. Dabei ist das gar nicht so einfach. Das Kloster gelangt zu immer größerer Bekanntheit und das führt nach und nach zu immer größeren Tourismus strömen. Auf der einen Seite ist das gut für diese Region, aber dieser Tourismus schadet einer Jahrhundertalten Kultur. Ich würde mir das gerne mit eigenen Augen ansehen und beginnen Ideen zu sammeln, wie in dieser Region ein positiver sanfter Tourismus gestaltet werden könnte. Die Kultur um das Tigernest sollte nicht verschwinden. Dieses Kloster das in über 800 Meter Höhe an einer Klippe hängt, hat eine Geschichte, die in das 8. Jahrhundert zurückreicht. In dieser Zeit soll der Guru Rinpoche auf dem Rücken eines Tigers hierher geflogen sein. Der Legende nach meditierte er 3 Monate in einer Höhle, an diesem Ort.

Ein Pergament das eine Architektur zeigt, di an inem Berghang liegt der jäh in die Tiefe Stürzt. Das Tiegernstkloster bestaht aus dri Gebäudetilen die an inem Steiln Felsplatu gebaut wurden, und die je zwei bin Drei Stockwerk mit Turmdächern haben.

Das Tigernestkloster in Buthan

Die heute sichtbaren Gebäudeteile stammen allerdings tatsächlich erst aus den letzten 20 Jahren. 1998 brannte das Kloster nieder und wurde danach rekonstruiert. Das Gebäude, das an dieser Stelle iedergebrannt ist, stammte aus dem 17. Jahrhundert. Für mich ist das Tiegernest-Kloster ohnehin nur ein Symbol. Touristisch bereits weithin erschlossen, erfüllt es seinen Platz innerhalb einer Abenteuer romantisierenden Backpacker Kultur. Für mich ist das eine Art Warm-up, für die Stätten die tatsächlich Abgelegen sind. Der Blick auf die Karte verrät, dass es in Bhutan Klöster gibt, die fernab des Trubels liegen. Ganz im Osten befindet sich zum Beispiel das Kloster Sakteg inmitten der Sakteg Wildlife Sanctuary. Der nächstgrößere Ort Phogme ist 40 km entfernt. Nächstgrößerer Ort bedeutet in diesem Falle, dass diese Siedlung zu klein ist, um bei Google Maps aufzutauchen. Immerhin ist diese Stätte aber noch durch einen Trekking Weg mit dem Rest der Welt verbunden. Im Verhältnis zu anderen buddhistischen Klostern Bhutans, die nicht einmal über einen Fußweg zu erreichen sind, handelt es sich dabei also immer noch um eine Luxustour. Meine Idee ist, dieses buddhistische leben kennenzulernen. Genau wie in Timbuktu möchte ich im glücklichsten Land der Erde also vor allem eines: Lernen.

9. Sanaa

Nach Sanaa möchte ich, seit dem ich vor ungefähr 15 Jahren das erste Mal ein Bild dieser wunderschönen Stadt im Jemen gesehen habe. Und doch ist es unwahrscheinlich, dass ich dieses Wunder der Kultur jemals mit eigenen Augen sehen werde. Denn: Es herrscht Krieg im Jemen. Ein furchtbarer Krieg, in dem vor allem Kinder hungern, Denkmalschutz ist sicherlich das letzte, für das die Menschen dort im Moment Kapazitäten haben. Wie es in der Zukunft einmal weiter gehen wird, in dem Land auf der Arabischen Halbinsel ist ungewiss. Aber ich würde sehr gerne dorthin reisen und darüber schreiben, wie es den Menschen geht. Und natürlich auch erkunden, was an dem zerstörten Kulturerbe noch zu retten ist. Mir geht es dabei nicht nur um eine einzigartige architektonische Landschaft, sondern darum, dass dieser Krieg seit Jahren schwelt. Es ist ein grausamer Krieg der wirkt als sei er Vergessen. Ich möchte aber nicht das Sanaa, oder die Menschen, die dort leben, vergessen werden. Kulturerbestätten wie Sanaa haben die einzigartige Fähigkeit Menschen zusammen zu bringen, ihnen eine Identität zu geben, und auch anderen Menschen auf der Welt zu zeigen, dass es da eine tolle Kultur gibt, die beschützt werden sollte. Könnte ich nach Sanaa reisen, dann würde ich versuchen diese einzigartige Kulturgeschichte zum Botschafter dieser vergessenen Menschen zu machen.

Die Wohntürme von Sanaa. Es handelt sich um Lahmbauten die mit weisen Kalkmustern verziert sind. Die Hochhäuser der Wüstenstadt reichen in den blauen Himmel hinauf.

Sanaa vor dem Krieg. Auf aktuellen Bildern sieht man vor allem Trümmer (Foto: Tyabji CC BY-SA).

Nicht umsonst handelt es sich bei dieser Stadt um ein UNESCO-Weltkulturerbe. Die bis zu fünf Stockwerke hohen Ziegelhäuser sind in einer Bauweise errichtet, die in dieser Region bereits seit 2000 Jahren verbreitet ist. Zwar sind viele Gebäude jüngeren Datums, aber diese klassischen jemenitischen Häuser sind in Sanaa immer gleich geblieben. Die Stadt gründete sich ursprünglich an einem Karawanenrastplatz in der arabischen Wüste. Dieser wichtige Ort für Händler erlebte im 6. Jahrhundert seine größte Blüte. Viele architektonische Details entstanden aber erst später. Die weiße Kalkbemalung wurde im Zuge der Verbreitung des Islam an die neue Religion angepasst. Seit dem sind es filigrane Muster, die die Häuser zieren. Besonders alte Gebäude sind bis heute an den Fenstern zu erkennen. Diese bestanden nämlich zunächst nicht aus Glas, sondern aus geschliffenem Alabaster. Zwischen den Wohngebäuden finden sich über 100 Moscheen in der Wüstenstadt. Die islamischen Geistlichen verweigerten Forschern allerdings den Zutritt, sodass diese nicht dokumentiert sind. Das könnte bei einem Wiederaufbau ein Problem werden. Das Kulturerbe in Sanaa ist einzigartig. Und mein Herz weint, wenn ich die Trümmer dieser Stadt manchmal in den Medien sehe. Umso mehr möchte ich dort einmal hinreisen und herausbekommen, was man tun kann.

10. Palmyra

Meine Beweggründe sind bei Palmyra ganz ähnlich, wie die bei meinem Wunsch Timbuktu und Sanaa zu besuchen. Ich möchte zu diesem Ort, an dem Menschen hingerichtet wurden, von Terroristen des IS. Der IS ist eine Organisation, welche nur eine Sichtweise auf diese Welt zulässt und deswegen andersdenkende richtet. Sie zerstören die Welt der Menschen, die anders Leben oder lebten als sie. Der IS ist also eine Gesellschaft, die ein Leben in einer kulturellen Käseglocke führt, welche angeblich die unbestreitbar einzige Wahrheit repräsentiert. In meinen Augen ist der IS deswegen eine faschistische Organisation. So wurde auch Khled al-Asaad hingerichtet, der sich auch unter Folter weigerte die Orte zu verraten, an denen die Kulturgüter versteckt gewesen sind, damit sie dem IS nicht in die Hände fallen. Der 82-Jährige Historiker war Generaldirektor der Altertümer von Palmyra. Er wurde enthauptet, weil Archäologie für den IS der Verehrung von Götzenbildern gleich kommt. Ich möchte mit einer solchen Reise den Menschen gedenken, die ihre Leben für das Kulturerbe geopfert haben.

Das Weltberühmte Tetrapylon. Diese Architektur konnte nur an diesem kulturellen Schmelztiegel entstehen. Leider wurde es stark zerstört. (Foto: Lamberti)

Palmyra ist dabei auch ohne Terror ein ungemein interessanter Ort. Um 200 nach Christus gehörte Palmyra zum römischen Reich. Und doch war hier vieles anders, als im üblichen Rom. Die Männer trugen Hosen und die Frauen verschleierten in der Öffentlichkeit nur ihr Haar, nicht aber ihr Gesicht. Das war in der Antike eine ungewohnte Freizügigkeit. Römische Senatoren äußerten sich brüskiert über die kostbaren Kleidungsstücke die die Frauen von Palmyra trugen. Dies würde schließlich nur Senatoren zustehen. Aber Palmyra war anders: eine reiche Stadt, die vom Handel lebte. Wahren aus dem weiteren asiatischen Raum wurden von hier aus nach Rom gehandelt. Elfenbein, Myrrhe, Pfeffer, Perlen, Textilen und sogar chinesische Seide. Palmyra war eingebettet in das Handelsnetz der Seidenstraße, deswegen handelte sich dieser Ort um einen Schmelztiegel der Kulturen. Das antike Palmyra ist also das absolute Gegenteil der Lebenswelt die der IS repräsentiert. Von daher ist es kein Wunder, dass gerade diese Stätte so sehr beschädigt wurde. Aber es ist vor allem um so trauriger.

Und wie werden die Träume jetzt real?

Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht welche dieser Träume ich umsetzen kann. Ich weiß nur, dass all diese Ideen wunderschön sind, und dass das Kulturerbe de Kraft hat Menschen zusammen zu bringen. Dass wir uns gegenseitig zum Staunen über unsere eigene Art bringen, wenn wir uns mit den Geschichten unserer Kulturen auseinandersetzen. Weil mich das Inspiriert, bin ich mir sicher, dass ich einige dieser Reisen irgendwann machen werde. Vermutlich werde ich dafür immer etwas Geld in mein Sparschweinchen tun, bis ich mir eine längere Reise leisten kann. Bis dahin kann es aber noch einige Zeit dauern.

Literatur:

Albanese, Marilia Albanese, Angkor, Hamburg 2006.

Bidder, Irmgard, Lalibela – Monolithkirchen in Äthiopien, Köln 1959.

Bingham, Hiram, Machu Picchu – Die legendäre Entdeckungsreise im Land der Inka. Neu Herausgegeben von National Geographic. München 2008.

Bondaev, Brozowsky, Jacoby, Russo, Schröter, Rettung der Manuskripte aus Timbuktu. Hamburg 2017.

Dollar, Tom Dollar, Indian Country – A Guide to Northeastern Arizona, Pheonix 1994.

Kane, Ousmane Oumar Kane, Beyound Timbuktu – An Intellectual Hostory of Muslim West Africe, London 2016.

Hallaschka, Andreas Hallaschka, Merian – Himalaya (Bd. 10/62), Hamburg 2009.

Ketelsen und Raabe, Thomas Ketelsen und Christian Raabe, Palmyra – Was bleibt?, Köln 2016.

Klüche, Hans Klüche, Island und Färöer-, Shetland-, Orknes-Inseln, Köln 1986.

Kopp u. Raya, Andreas Kopp und Rubina Raja, The World of Palmyra, Kopenhagen 2016.

Scarre, Chris, The megalithic monuments of Britain and Ireland, London 2007.

Stierlin, Henri Stierlin, Die Kunst der Inka und ihre Vorläufer – Von Valdívia bis Machu Picchu. Zürich 1983.

Sommer, Micaehl Sommer, Palmyra – A History, New York 2018.

Pankhurst, Sylvia Pankhurst, Ethiopia – a cultural History,Essex 1955.

Waltner, Ralf Walter, Mail – Eine Reise nach Timbuktu, Mérida 2011.

Veser, Thomas, Schätze der Menschheit – Kulturdenkmäler und Naturparadiese unter dem Schutz der UNESCO, Wien 1995.

Veyne, Paul Veyne, Palmyra – Requiem für eine Stadt, München 2016.

Karten:

Bhutan, The Land of The Thunder Dragon, Himalayan Map House (Pvt. Ltd.), Katmandu

Internetquellen:

http://www.abc.net.au/news/2018-03-27/donald-trumps-bears-ears-monument-reduction-sparks-fight/9498072

https://www.businessinsider.de/bears-ears-national-monument-pictures-2017-12?r=US&IR=T

http://www.anu.edu.au/news/all-news/ancient-burial-ground-discovery-adds-to-jar-mysteryhttp://www.wo-der-pfeffer-waechst.de/ebene-der-tonkruege-laos-phonsavan-reisebericht-plain-of-jars/http://www.hpgrumpe.de/laos/laos_32.htm

https://sydney.edu.au/arts/our-research/centres-institutes-and-groups/angkor-research-program.html