Klein aber wunderschön

Es muss eine unglaublich schöner Moment für Mario Rappräge gewesen sein, als er kürzlich diesen Fund in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt hat. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger hilft dem Landesamt für Bodendenkmalpflege Voruntersuchungen zu machen, bevor eine Pipeline in dem Bundesland gebaut wird. Bei Heinrichsdorf kam es dann zu diesem tollen Fund. Ein kleiner, einfacher aber hübsch gearbeiteter Bronzebeschlag aus dem Frühmittelalter. Vielleicht war es einmal eine Zierde für ein hübsches Messer. Der Beschlag zeigt einen Mann und eine Schlange. Einige Details dieser Darstellung sind dabei sehr auffällig.

Links befindet sich eine Umzeichung, rechts ein Foto des Beschlags.

Nur wenige Zentimeter ist der Beschlag groß (Bild: Röpke und Pröbstle)

Der Mann scheint dem*der Betrachter*in zu zu winken, während er in der anderen Hand einen Trinkbecher oder ein Trinkhorn hält. Eine Schlage windendet sich dabei im Bereich seiner Beine. Es ist gut möglich, dass es sich um Thor handelt und eine der Begegnungen mit der Midgardschlange dargestellt ist. Diese Geschichten kennen wir bis heute aus der Edda. Die Darstellung ist allerdings einige Hundert Jahre älter als diese überlieferten Mythen. Tatsächlich stammt der Beschlag stilistisch am ehesten aus der Vendelzeit, also aus dem 7. Jahrhundert. Es handelt sich um die Vorläuferzeit der Wikinger. Außerdem ist zu beobachten, dass der Mann einen spitzen Hut trägt. Dabei handelt es sich um ein Kleidungsstück, dass sowohl bei Slaven als auch bei Wikingern beobachtet wird. Der niedliche Beschlag kann durch diese Merkmale nicht klar einer der genannten Kulturen zugesprochen werden. Aber das Motiv wurde damals ohnehin in allen drei Kulturen verstanden.

Literatur:

https://www.kulturwerte-mv.de/Landesarchaeologie/Fund-des-Monats/