Der Priesterkönig aus einer fast unbekannten Kultur

Vor 5.000 Jahren entstand die Induskultur. Über ganz Pakistan, Teile Afghanistans und Indiens breitete sie sich aus. Besonders herausragend sind große Lehmziegelplattformen, auf denen das bronzezeitliche Leben auch während der Regenzeit sicher war, wenn der Indus anschwoll. Auf diesen Wohnplattformen wurden die ersten Siedlungen errichtet und schließlich die ersten indischen Metropolen. In den Zwillingsstädten Moenjodaro und Harappa lebten bis zu 40.000 Menschen. Bei Ausgrabungen wurden nicht nur Spuren des Alltagsleben freigelegt, sondern auch Spuren von Kunst und Religion. Einige Merkmale deuten darauf hin, dass es in der Induskultur bereits eine frühe Form des Hinduismus gegeben hat. Die Wissenschaftler*innen scheinen sich einig zu sein: Die Induskultur war vor allem von ihrer Religion geprägt.

Der Priesterkönig, lizenzfreies Onlinebild

Ein Vertreter dieser verschwunden Zivilisation ist diese kleine Figur aus Speckstein. Sie stammt aus Moenjodaro und wurde vermutlich gegen 3.000 v. Chr. angefertigt. Die Darstellung wird in einem religiösen Kontext gedeutet, da sie einen bärtigen Mann in einem Gewand zeigt, welches als rituell gilt. Bei der Induskultur wird von Priesterkönigen geredet. Da es keine Hinweise drauf gibt, dass es eine herrschende Klasse gegeben hat. Paläste oder Prunkbauten fehlen in dieser Kultur. Es sind auch Stempelsiegel aus Speckstein erhalten, die mit einer Schrift versehen waren. Diese Schrift ist allerdings bis heute nicht entschlüsselt. Dies trifft auf viele Merkmale der Induskultur zu. So ist sie zwar räumlich sehr weit verbreitet gewesen, viel weiter Beispielsweise als die die Kultur der alten Ägypter, aber dennoch ist diese Kultur bis heute kaum erforscht.

Literatur:

Wilson Colin, Kultstätten der Menschheit, London 2006.

Nick Constable, Höhepunkte der Archäologie, München 2009.

https://www.wissen-digital.de/Induskultur

Indus-Kultur