5000 Jahre alter Zahnstein in der Mongolei

Bis heute leben 30 % der Mongolen in nomadischen Gruppen. Sie züchten Pferde, Yaks, Schafe Ziegen, Kamele und Rinder. Die Ernährung beläuft sich, bei den in Jurten lebenden Familiengruppen, in der Hauptsache auf Milch und Fleisch. Etwa 900.000 Menschen haben diese Lebensweise bis heute bewahrt. Neue Untersuchungen vom Max-Planck-Institut haben die Frage gestellt, wann hat diese Lebensart eigentlich angefangen? Kürzlich wurde hierzu in der Nature eine Studie veröffentlicht. Diese Fragestellung kann man zwar schwierig direkt untersuchen, aber indirekt über die Rekonstruktion der Ernährung. Und über Untersuchungen der Prähistorischen DNA.

Eine Yurte in einer grünen Graslandschaft. Im Hintergrund stehen Die Berge des Himalaya.

Eine Jurte in der Mongolischen Steppe (Foto: Macou)

Der älteste Nachweis für den Milchkonsum in der Mongolische Steppe ist 5.000 Jahre alt. DNA-Analysen zeigen, es kam in der Bronzezeit zu einer Einwanderungswelle aus westlichen Regionen, die heute in Russland liegen. In dieser Zeit lässt sich über die Analyse von Zahnsteinen zeigen, dass dreiviertel dieser eingewanderten Bevölkerung Milch konsumierten. Die Untersuchung eines 1700 Jahre alten Zahnsteins zeigt, dass die Milch vermutlich schon sehr ähnlich konsumiert wurde wie heute. Was sich allerdings nicht zeigen lässt, in welcher Reihenfolge und wann welche Tierart zu diesem nomadischen Leben hinzugekommen ist. Derzeit sind die Forscher*innen damit beschäftigt zu untersuchen, wie welche Einwanderungswelle mit der Ernährung zusammen hängt und wann welche Tierart zu dieser Lebensweise hinzugekommen ist. Wir können also gespannt sein, mehr zu erfahren, wie  die Jahrtausende alte nomadische Kultur der Mongolen entstanden ist.

Literatur:

https://www.mongoleireisen.de/reisetips/nomaden-und-traditionen

https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/5000-jahre-alte-milchproteine-zeigen-die-bedeutung-der-molkerei-im-osten-eurasiens-4570/

https://www.mongoleireisen.de/reisetips/nomaden-und-traditionen/nomadismus-mongolei

https://www.nature.com/articles/s41559-020-1120-y