Eine Feldsteinaxt

Geschliffene Äxte und Beile aus Stein sind für Archäologen das Merkmal einer Zweitenwende. Diese Technik gibt es nämlich erst seit der Jungsteinzeit, dem Neolithikum. Äxte, Beile und auch Dechselklingen (also Quer geschäftete Klingen) wurden mit Schleifsteinen bearbeitet und bestanden aus verschiedenen Felssteinen. Die Löcher, welche für die Schäftung in Äxte gebohrt wurden, wurden mit Bohrern aus Holz gefertigt. Es sind Äxte bekannt, wo dieser Teil der Arbeit nicht fertig gestellt wurde, deswegen wissen wir, dass es zwei verschiedene Bohrtechniken gab, mit denen der Stein durch locht wurde.

Diese Feldsteinaxt stammt aus dem Landkreis Stade. Es handelt sich um eine Axt aus dem Endneolithikum, die heute im Schwedenspeichermuseum ausgestellt ist. Man kann an dieser Axt sehr gut erkennen, welchen Vorteil eine Axt gegenüber einem Beil hat. Zwar ist es aufwendiger ein Loch in einen Stein zu Bohren, als die Schäftung, wie bei einem Beil um die Klinge drum herum zu bauen, aber eine Axt ist durch die Schäftung im Stein schlanker. Das heißt, dass sich dieses Werkzeug eher dazu eignet Holz zu spalten, um beispielsweise Planken herzustellen. Geschliffene Steinäxte sind in verschiedenen Typen und Formen in der Jungsteinzeit sehr weit verbreitet gewesen. Diese ungegliederte Feldsteinaxt ist dabei ein sehr einfaches und wenig verschnörkeltes Exemplar, dass im Vergleich zu anderen seiner Zeit fast langweilig aussieht. Ihre Zweckmäßigkeit steht klar im Vordergrund.

Literatur:

Hinz, Martin, Neolithische Siedlungsstrukturen im südöstlichen Schleswig-Holstein Dynamik in Landschaft und Besiedlung. In: Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung Band 3, Bonn 2014.

Kegler-Graiewski, Nicole, Beile – Äxte – Mahlsteine Zur Rohmaterialversorgung im Jung- und Spätneolithikum Nordhessens, Dissertation im Fach Ur- und Frühgeschichte der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln, Köln 2007.