Eine rätselhafte Krone aus Korea

Die Stadt Kongju in Korea hörte einst auf den Namen Paekches und war die Hauptstadt eines Königsreiches. Es hieß Silla und wurde von hier aus beherrscht. Ein Land, in dem Handwerker sehr kostbare und qualitativ hochwertige Gegenstände aus Edelmetallen herstellen. Das edle Geschmeide wird von der Oberschicht getragen, die damit nach ihrem Tod beigesetzt werden. Es handelt sich um Hügelgräber, mit oft reich ausgestatteten Grabkammern. In einem der Gräber, die am Stadtrand von Kongju liegen wird im 6. Jahrhundert ein Mitglied der Königsfamilie mit dieser eindrucksvollen Krone bestattet. Sie besteht aus Gold, und ist mit Jadeanhängern verziert. Baumartige Strukturen sind dargestellt. Vermutlich ein Bestandteil einer Schamanenkultur.

 

 

Die Krone stammt nämlich aus der Zeit, kurz bevor die Könige im Gebiet des heutigen Korea buddhistisch wurden. Das andere Kulturen vor 1.500 Jahren einen Einfluss auf das Königreich Silla haben zeigt sich bereits in ihren Grabhügeln. Die Grabkammern waren mit Wegen ausgestattet, die von der Kammer in das nichts des Grabhügels führen. Sie wurden nur für die Seelen der verstorbenen gebaut und werden als der Weg der Geister bezeichnet. Eine Vorstellung, die eigentlich nicht aus dem koreanischen Gebiet, sondern aus China kommt. Das Grab mit der prachtvollen Krone stammt also aus einer Zeit der Veränderung. Dass nun ein König, mit einer Krone bestattet wurde, das sollte keinen wundern. Doch die Person die diese Krone trug, war eine Frau. Eine Königin hat es aber im Silla-Reich den 6. Jahrhunderts den Schriftquellen nach gar nicht gegeben. Es bleibt also offen, was diese Krone für eine Bedeutung hat und wer die Frau war, die so ehrenvoll bestattet wurde.

Literatur:

Museum für Kunst und Gewerbe, Kunstschätze aus Korea, Hamburg 1984/1985.