Lanzenspitzendepot in Bonn ausgestellt

Das Lanzenspitzendepot von Voerde-Spellen wurde erst kürzlich entdeckt. Es wird bis zum 29. März in der Sonderschau „Archäologie im Rheinland 2019“ im LVR-Landesmuseum Bonn zu sehen sein. Das Depot wurde von ein*er Sondengänger*in gefunden und als anonymer Fund gemeldet. Bedauerlich dabei ist, dass die Fundstücke so nicht in ihrem Fundzusammenhang dokumentiert werden konnten. Wichtige Spuren sind deswegen verloren gegangen. Aber immerhin konnte der Fundplatz im Nachhinein lokalisiert werden. Durch diese Umstände bleibt es aber schwierig diesen Fund zu interpretieren. Doch eines ist klar: Der Fund stammt aus der Übergangszeit zwischen Bronze- und Eisenzeit.

Viele Gegenstände liegen auf Sand. Es handelt sich um bronzene Lanzenspitzen. Sie sind alle etwas zerstört und haben schäden

Das Lanzenspitzendepot von Voerde-Spellen (Foto: Vogel)

Bei dem Fund handelt es sich um 132 Lanzenspitzen und eine Zierscheibe die gemeinsam Niedergelegt wurden. Die Lage in der diese Gegenstände vergraben wurden, zwischen Rhein und Lippe, ist relativ verkehrsgünstig gelegen. Deswegen kann man vermuten, dass es sich um ein Depot handelt, in dem Wertgegenstände verborgen wurden. In dieser Zeit ist das kein seltenes Phänomen. Immer wieder werden solche verstecke mit Metallgegenständen gefunden. Mit einem Gewicht von 5.5 Kg ist dieses Depot aber besonders wertvoll. Erwähnenswert ist dabei: Die Lanzenspitzen waren einerseits ungenutzt, tragen aber andererseits Spuren eines Feuers. Vermutlich stammen sie aus einer niedergebrannten Werkstatt, aus der sie heraus gesammelt wurden. Warum das Depot zwar angelegt wurde, aber niemand kam, um die Wertsachen wieder abzuholen bleibt ein Rätsel.

Literatur:

https://bodendenkmalpflege.lvr.de/de/aktuelles/presse/2020_1/PM_fdm_2020_2.html