Aktuell: Untersuchungen an Felsbildern in Peru

Bei dem Fundplatz Toro Muerto handelt es sich um eine der komplexesten Fundplätze Südamerikas bei dem Petroglyphen (Felsritzungen) zu finden sind. 2582 Blöcke aus vulkanischen Gestein sind an diesem Ort bekannt, die mit solchen Bildern versehen sind. Die Steine liegen auf einer Fläche von 50 km2 verstreut, am Majes River Valley. Die Forscher*innen schätzen, dass die Bilder vor rund 2000 Jahren hergestellt wurden. Die einzelnen Bilder befinden sich allerdings nicht mehr an den Stellen wie in der Zeit um Christi Geburt. Die Steine auf denen sich die Ritzungen befinden wurden nämlich immer wieder zum Bau von Häusern verwendet. Es gibt mehrere Phasen in denen Das geschah. Das bedeutet für die Forschung: Es ist nur bedingt möglich die ursprüngliche Lagebeziehung der Steinzeichnungen zu erkennen, oder in welchem Bezug die Petroglyphen in der Landschaft angeordnet gewesen sind.

Petroglyph von dem Fundplatz Toro Muerto. vmtl. ist hier ein Lama dargestellt. (Foto: AgainErick [CC BY-SA 3.0]

Derzeit erforscht ein peruanisch-polnisches Team diese Felsbilder unter der Leitung des Archäologischen Instituts der Universität Warschau. Sie dokumentieren die Bilder nach modernen Standards, versuchen möglichst genaue Datierungen vorzunehmen um eine Chronologie erstellen zu können und die Ikonografie (Bildsprache) wird ebenfalls analysiert. Bislang zeigt sich, dass es einige Auffälligkeiten bei den Motiven der Felsbilder gegeben hat. In einem Bereich, der derzeit als ein ritueller Ort dieser Zeit interpretiert wird zeigen sich zum Beispiel gehäuft Steine die mit Zickzackmustern verziert sind. Anderswo lassen sich diese Muster auf diesem Fundplatz aber nicht entdecken. Bilder von tanzenden Menschen hingegen, lassen sich im Gegensatz dazu überall in diesem Tal finden. Durch die bisherige Analyse zeigen sich auf dem Fundareal einzelne Regionen bei denen man darauf schließen kann, dass sie eine speziellere Bedeutung hatten. Der Toro Muerto ist aufgrund der Menge der Felsbilder einzigartig. Immer mehr Touristen entdecken dieses Gebiet als Ausflugsziel und hinterlassen dabei leider manchmal auch Spuren, die für das Denkmal schädlich sind. Deswegen soll nun versucht werden diese Stätte als UNESCO-Welterbe anerkennen zu lassen, um einen besseren Schutz und eine tiefer gehende Erforschung zu ermöglichen.

Literatur:

Aktuell im Reader der Antiquity: https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/petroglyphs-of-toro-muerto-new-documentation-and-discoveries-at-the-largest-south-american-rock-art-complex/AEC24A559A785724115AA0647D3601F6/core-reader#top

Andrzej Rozwadowski, Janusz Z. Wołoszyn und Karolina Juszczyk, Documentando Toro Muerto (Arequipa, Perú) Informe de las temporadas 2015-2017. In: BOLETÍN SIARB, NO. 32, 2018.