Das Lissaboner Erdbeben von 1755 neu untersucht

Derzeit wird an der Universität Lissabon zu der Plattentektonik vor der eigenen Küste geforscht. Im Fokus dieser Forschung steht die Betrachtung einer Katastrophe die sich an Allerheiligen 1755 ereignete. Damals wurde die Stadt von einem Erdbeben erschüttert. Wenige Zeit später gelangten dann Tsunami-wellen in die Stadt. Mehrere zehntausend Menschen starben. Eine der schlimmsten Katastrophen aus Portugals Geschichte ereignete sich an diesem Tag. Die Ereignisse haben sich in dem Gedächtnis der Stadt eingebrannt. Sie liegt auch heute noch in dieser Erdbebenregion. Hier stößt die europäische auf die afrikanische Erdplatte. Mithilfe der Katastrophe aus der Vergangenheit, wird nun für die Zukunft in dieser Region erforscht, wie es denn zu der Katastrophe kommen konnte. Die Ergebnisse bisheriger Forschung zu diesem Thema hat allerdings eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Ergebnisse erzeugt. Eine Rekonstruktion der Ereignisse vor 250 Jahren ist kompliziert. Die neuen Ergebnisse wurden anhand von Computermodellen errechnet.

Ein Schwarz weises Bild, Im Vordergrund sind wilde Wellen in einem Hafenbecken zu sehen, in dem Schiffe sind, die Wild umher schaukeln. Im Hintergrund ist eine Stadt zu sehen, die in Flammen steht. Es handelt sich um Lissabon beim Erdbeben von 1755

Ein zeitgenössischer Kupferstich zeigt die Katastrophe von Lissabon.

Um ein solches Computermodell zu erzeugen, ist eine Vielzahl an Daten notwendig. Nicht nur Informationen über die Beschaffenheit des Geländes sind notwendig, sondern auch historische Informationen. Zum Beispiel wurden Beobachtungen des Erdbebens die in zeitgenössischen Aufzeichnungen erhalten sind mit in das Computermodell einbezogen. Diese Daten belaufen sich auch auf Regionen, die weit von Lissabon entfernt, liegen aber ebenso von der Katastrophe betroffen waren. Das Ergebnis ist, dass das Erdbeben vmtl. nur eine Stärke von 7,7 auf der Richterskala erreichte, aber die außergewöhnliche Dauer der Erdstöße die Schäden, vor allem aber die Tsunami Welle verursachten. Ganze 8 Minuten dauerten die Erdstöße an. Das Epizentrum des Bebens befand sich an einer Plattenverwerfung, welche dicht vor der Stadt Lissabon endet. Zudem viel eine geologische Besonderheit auf. Kurz vor der Bucht von Cadiz gibt es einen Sedimentkeil, der verstärkend auf die Tsunami Wellen gewirkt haben muss. Ein weiteres schlimme Erdbeben kann auch durch diese Forschung nicht verhindert werden. Aber wenigstens kann man eine Metropole wie Lissabon mit dem Wissen aus der Vergangenheit und der neuen Forschung besser auf einen möglichen Ausnahmezustand vorbereiten.

Literatur:

https://pubs.geoscienceworld.org/ssa/bssa/article-abstract/doi/10.1785/0120190198/579967/A-Reassessment-of-the-Magnitude-of-the-1755-Lisbon?redirectedFrom=fulltext

Rätsel um Erdbeben von Lissabon gelöst?