Abgebrannte Siedlung aus der Jungsteinzeit entdeckt

Wie Anfang dieser Woche bekannt gegeben wurde, ist in Württemberg eine Siedlung der Linearbandkeramischen Kultur entdeckt worden. Diesen Sommer wurden von der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Landesamt in Stuttgart Spuren dieser Siedlung ausgegraben. Die Hausgrundrisse tragen Spuren eines massiven Feuers, dass in der jungsteinzeitlichen Welt einer Katastrophe für die Siedler gleich gekommen sein muss. Dafür spricht vor allem die hohe Menge verkohlter Getreidereste. Die Menschen haben vor 7.200 Jahren nicht nur ihre Häuser, sondern auch ihre Ernte verloren. Der Ort war zuvor mindestens 100 Jahre lang besiedelt worden, wie die Datierung der Dorfumwallung belegt.

Die Kalksteinperlen aus der Bestattung (Bild stammt aus der unten verlinkten Presserklärung)

Bereits im vergangenen Jahr wurde an dieser Stelle in Ammerbuch-Pfäffingen die erste Spur der Linearbandkeramiker gefunden. Es handelte sich um die Bestattung einer Frau. Diese war in typischer Hockerlage niedergelegt und mit einer kostbaren Kette mit Kalksteinperlen ausgestattet. Solche Schmuckgegenstände waren so früh in dieser Region unbekannt. Die Herkunft dieser Schmuckform wird südöstlich der Fundstätte im Balkanraum oder dem Karpartenbecken vermutet. Das ist die Region aus der zu dieser Zeit sesshafte Menschen nach Mitteleuropa einwanderten. Auch DNA Analysen der Frau deuten auf eine solche Herkunft hin. Zu dieser Zeit lebten in Europa die nicht sesshaften Jäger*innen und Sammler*innen der Jungsteinzeit neben den eingewanderten Bauernkulturen.

Mehr in der Pressererklärung der Uni Tübingen:

https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/neue-erkenntnisse-zur-fruehen-jungsteinzeit-in-wuerttemberg/