Der Plagwitzer Kanal

Unglaublich hübsch sieht er aus, der kleine Wasserlauf, der sich unter den romantischen Brücken durch schlängelt. Es ist der Plagwitzer Kanal der durch Leipzig fließt. In der Neuzeit wurde dieser Wasserlauf angelegt um die Elster mit der Saale zu verbinden. Der Abstand zwischen den beiden wichtigen Wasserläufen beträgt bei Leipzig nur etwa 20 Km. Für den Handel und in Industrie der Neuzeit ist das ein großes Glück, denn so können von Leipzig aus gleich zwei große Wasserläufe mit Lastschiffen bedient werden. Und diese Kähne sind die günstigsten Verkehrsmittel in dieser Zeit.

Brücke aus Stein über dem Plagwitzer Kanal in Leipzig. Die Brücke besteht aus Grob behauenen Stein und ist in einem hohen Bogen über dem Waserlauf geführt. Im Hintergrund ist eine zweite Brücke gleicher Bauart zu erkennen. Das Panaorama ist von grünen Büschen und Bäumen gerahmt.

Der Plagwitzer Kanal in Leipzig (Foto: Küster)

Karl Heine hat den Bau des Kanals ab 1856 initiiert. Schnell entstehen die ersten Brücken, um den Kanal überqueren zu können. An dem für den Handel günstig gelegenen Kanal siedeln sich zahlreiche Fabriken an. Zu den erfolgreichsten Unternehmen dieser Zeit gehört eine Fabrik für Landwirtschaftsmaschinen. Sie wird 1863 mit 30 Mitarbeitern gegründet und hat 1883 bereits 600 Angestellte. 1913 werden dann 2 Millionen Pflüge verzeichnet die von dieser Fabrik aus über Elster und Saale in den Handel gelangen. Auf Schiffen die eine Traglast von bis zu 3.000 Zentnern haben, und die Wochentags ununterbrochen den Kanal besiedeln. Am Wochenende steht diese Welt dann still. Dafür tummeln sich fröhliche Ausflugsgäste, die ihre Freizeit auf Ausflugsdampfern verbringen. Und auch heute noch, verbringen die Leipziger ihre Freizeit auf dem Kanal. Zum Beispiel in Kanus oder Paddelbooten.

Literatur:

Wolschke, Dr. Gerhard, Leipzig-Südwest – Aus der Geschichte eines Stadtbezirks, Leipzig 1989.