Adventskalender Tür 14: Fasil Ghebbi – Königliches aus Äthiopien

Es ist das Jahr 1632. Kaiser Fasilidas von Äthiopien lässt eine Festung in der Stadt Gondar errichten. Die Grundlage für einen Palastbezirk in der neuen Regierungsstadt entsteht. In 2000 Metern Höhe am Simien-Gebirge ragt dieser Abschnitt der afrikanischen Geschichte in die Höhe. Schlichte Metallbänder und Zinnen, die wirken wie aus dem europäischen Mittelalter stibitzt, schmücken die neuen herrschaftlichen Gebäude. Benannt wird diese Region nach Kaiser Fasilidas selbst. Er hat schließlich ersten Gebäude an dieser Stelle errichtet. Der Name Fasil Ghebbi für ein einmaliges Kulturmonument entsteht. Fortan ist hier der Sitz der Kaiserfamilie. Die äthiopische Herrschaftskultur änderte sich damit. Denn zuvor hatte jede Generation an einem anderen Ort einen ganz neuen Wohn- und Regierungssitz errichtet.

Ein Palast aus Grau-gelb-Rötlichen Sandstein. Es ahandelt sich um inen zweigeschossiegnbau mit Türmen an den Ecken, die auf das flache Dach Aufgsetzt sind. Di Türme habn Kuppeln und sind rund. Ein Bergfried dr viereckieg ist zieht sich in die Höhe. Er hat die dr rst des Gebäudes Burgzinnn mit einem halbrunden Aufsatz.

Der älteste Bau des Palastbezirkes. Die Burg Fasil Ghebbi (Foto: Bernard Gagnon [CC BY-SA]).

Bei dem ersten Palastbau handelt es sich um einen repräsentativen Bau mit vier Ecktürmen und einer Haupthalle. Kaiser Fasilidas lässt ihn von einem portugiesischen Architekten errichten und so wirkt es bis heute, als ob man eine mittelalterliche Burg mitten in eine afrikanische, multikulturelle Stadt gestellt hätte. Der gesamte Bezirk ist von einer 900 Meter langen Mauer umgeben. Eine hoch entwickelte äthiopische Handwerkskunst entsteht. Denn Herrscher für Herrscher kommen neue Gebäude und Strukturen hinzu. Mit dem Regierungsbezirk wächst in Gondar eine Region mit Kirchen, Bibliotheken und Gemeinschaftsräumen, welcher Architektonisch durch die Einflüsse anderer Kulturen geprägt ist. Hinduistische und arabische Stilelemente treffen aufeinander und werden in einer Form des Barockes miteinander verschmolzen, welchen die Jesuiten schließlich nach Äthiopien bringen. Äthiopische Juden und Muslime hinterließen dabei genauso ihre Spuren. Die Hauptreligion der Äthiopier ist aber schon seit langem eine afrikanische Version des Christentums: Die äthiopische, orthodoxe Kirche. Eine christliche Lehre welche sich in Äthiopien unabhängig und gleichzeitig von der europäischen, christlichen Lehre herausgebildet hat. Dieses Christentum hat eine eigene Bibel. Es zeigt sich hier architektonisch also auch ein Miteinander der Religionen.

Ei Quadratischer zweistöckieger bau mit Burgzeinen. Der Bau ist Rosa verputzt und hat Gebogene Fenster und Türen aus Holz. r steht hinter einr Grauen Trockenmauer auf einer grünen Wiese.

Die Bibliothek des äthiopischen Kaisers Yohannes I. in Gondar (Bild: Bernard Gagnon [CC BY-SA]).

Um 1730 und 1755 wird dieser Palastbezirk dann zuletzt ausgebaut. Die neuen Gebäude sind gut an dem roten Stein, aus dem sie gebaut wurden, zu erkennen. Doch kaum sind diese Bauarbeiten abgeschlossen, beginnt das Königreich ab 1755, unter Kaiser Iyoyas, zu zerfallen. Der Ruf der Revolte hallt in den alten Gassen. Ab 1769 beruhigt sich die Situation. Der Kaiser Haile Selassie entscheidet, dass von den alten Gebäuden nur noch der Löwenkäfig verwendet wird. Ein symbolischer Akt; stellt der Löwe in dieser Kultur doch die Herrschaft an sich dar. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird der Palastbezirk dann endgültig aufgegeben und der Sitz der Regierung nach Debre Tabor verlegt. Das zurückgelassene Monument wird dann bei zwei Angriffen beschädigt, 1881 von Madhisten und 1941 fliegen die Briten Luftangriffe, auch auf das alte Monument der Äthiopier. Heute sind es gut gepflegte Ruinen dieser Zeit, die wir bestaunen können. Spuren aus der regen und vielfältigen Kultur Äthiopiens, die völlig zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurden.

Anmerkung:

Dieser Beitrag entstand für den Miss Jones Adventskalender 2020. Aufgrund der Corona-Einschränkungen ein Adventskalender, der zum Träumen über fremde Orte anregen soll. Eine Vorfreude auf die Zeit nach der Pandemie. Ich stelle hier ausschließlich Orte vor, an denen ich noch nicht war, wo ich aber gerne einmal hin möchte.

Literatur:

https://www.swr.de/schaetze-der-welt/fasil-ghebbi/-/id=5355190/did=5981310/nid=5355190/vxrfms/index.html

https://äthiopien.de/staedte-kultur/gondar/palastbezirk-fasil-ghebbi/

https://www.swr.de/schaetze-der-welt/fasil-ghebbi/-/id=5355190/did=5981310/nid=5355190/vxrfms/index.html

http://www.die-aethiopienreise.de/unesco-weltkulturerbe-aethiopen-reisen/aethiopen-weltkulturerbe-fasil-ghebbi-gondar.html

https://whc.unesco.org/en/list/19/

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