Klungkung – Ein verfluchtes Königreich

Der alte Palast ist verflucht. Es sind unruhige Zeiten auf Bali. Die hinduistische Regierung hatte in den letzten 300 Jahren immer wieder schwierige Krisen zu überstehen. Ganze Königreiche entstanden und zerbrachen in kürzester Zeit. Damit das ein Ende hat, entscheidet Gusti Sideman 1667 den scheinbar verfluchten Palast in Gelgel zu verlassen. In Klungkung wird an einer strategisch sinnvollen Stelle ein neues Machtzentrum errichtet. Noch im 17. Jahrhundert wird die Kerta Gosa errichtet. Eine

Bild von einem Topf auf einem Feuer. Drei Menschen gucken aus dem Topf raus. Ein Mensch steht dneben und facht das Feuer an, ein zweiter bringt Holz.

Ein Blick auf Balinesische Bestrafungen im 17. Jahrhundert. (Foto: Haller (CC BY 2.0)).

Gerichtshalle. Damit auch wirklich jeder die geltenden Gesetze versteht, gibt es hier ganz besondere Malereien an der Decke des Gerichtsgebäudes. Es sind die einzigen heute erhaltenen Malereien dieser Epoche auf ganz Bali. Die Bilder zeigen die Gesetze. Vor allem aber wird gezeigt, welches Vergehen mit welcher Strafe belegt wird. Ehebrechern werden die Genitalien abgebrannt, Diebe mit siedendem Öl übergossen bis zum Tod, auf der anderen Seite aber auch ein Himmel für die gesetzestreuen Menschen gezeigt. 2 Jahrhunderte prosperiert der neue Hauptort Balis. Es entstehen Fürstentümer, die sich um Klungkung als Hauptort herum ansiedeln. Dann treten die Niederländer auf den Plan. 1841 gehen die Balinesen erste Vereinbarungen mit den Niederländern ein. In der Hauptsache handelt es sich um

Ein Gebäude mit einem Schwarzen Dach, das keine Wände hat sondern auf Säulen gestellt ist. Es ist von Einem Wassergraben umgeben.

Ein Rest des alten Klungkung (Foto: Dielis (CC BY 2.0)).

Handelsvereinbarungen. Der Versuch sie so zufriedenzustellen, um nicht zu einer Kolonie der europäischen Seemacht zu werden. Ab 1894 kommt es dann zum Krieg mit den Niederländern. Diese haben sich, für das Gefühl der Balinesen, zu sehr in innere Angelegenheiten eingemischt. Bis 1908 folgen erbitterte Kämpfe. Die Niederländer nehmen die alte Regierungsstadt Gelgel ein und beginnen schließlich mit der Zerstörung von Klungkung. Als die niederländischen Truppen schließlich vor den Semarapura Palast gelangen, geschieht innerhalb der Palastmauern ein Ritual namens Puputan. Mehr als 200 Menschen, in der Hauptsache Angehörige der herrschenden Familie, begehen dabei kollektiv Selbstmord. Dies gilt als ehrenvoller, als den gegnerischen Truppen in die Hände zu fallen. Als die Niederländer schließlich den Palast erstürmen, sind sie zwar überrascht von dem Anblick, der sich ihnen zeigt, doch sie erschießen dennoch jeden einzelnen Menschen, den sie noch lebend im Palast antreffen. Der Ort wird niedergerissen. Vom alten Klungkung sind deswegen heute nur wenige Reste erhalten. Aber diese haben umso mehr Bedeutung für die Balinesen.

Anmerkung:

Dieser Beitrag entstand für den Miss Jones Adventskalender 2020. Aufgrund der Corona-Einschränkungen ein Adventskalender, der zum Träumen über fremde Orte anregen soll. Eine Vorfreude auf die Zeit nach der Pandemie. Ich stelle hier ausschließlich Orte vor, an denen ich noch nicht war, wo ich aber gerne einmal hin möchte.

Literatur:

Silke Behl, Dudy Anggawi, Sophie Anggawi: MERIAN live! Reiseführer Bali, 2017.
Ryan Ver Berkmoes, Adam Skolnick: Lonely Planet Reiseführer Bali, Lombok & Nusa Tenggara: mit Downloads aller Karte. 2019.
Heiner Gstaltmayr: Baedeker Reiseführer Bali, 2013

Mischa Loose, Bali, Lombok: Reiseziele und Routen; Traveltipps von A – Z; Land und Leute …, 2018.

Lesley Reader und Lucy Ridout: The Rough Guide to Bali and Lombok, 2002.

2 Gedanken zu „Klungkung – Ein verfluchtes Königreich

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