Adventskalender Tür 8: Castelo de Guimarães – Die Wiege Portugals

Die Normannen könnten jederzeit vom Norden aus angreifen und die Mauren vom Süden aus. Eine bedrohliche Situation, in der vor allem eines gefragt ist: Schutz. Deswegen lässt die galizische Herzogin Mumadona 968 eine Festung aus Holz auf dem Monte Largo errichten. Die Herzogin steckt viel Energie in dieses Projekt. Sie bemüht sich Siedler in der Umgebung der Burg unter ihrem Schutz anzusiedeln. Eine neue Stadt entsteht: Guimarães.

Eine Burg aus Rotbraunem Stein auf einer Gelben Wiese. Die Burg hat riesiege Zinnen und Massive Türme.

Die Burg Guimarães heute, dieser Bereich stammt aus dem 13. Jahrhundert (Bild: Aldeia)

Der Standort wird Geschichte schreiben. Während die Burg immer weiter ausgebaut wird, wird im Jahre 1111 hier ein gewisser Afonso Henrique auf dem Anwesen geboren. Nur 4 Jahre später stirbt der Vater des jungen, der auch der Herrscher der Umgebung war. Nun regiert die Mutter und das bald gemeinsam mit einem neuen Mann. Vermutlich in dieser Zeit bekommt die Burg ihren 27 m hohen, sehr mächtigen Bergfried. Aber in der Burg gährt es. Es gibt einen Familienstreit zwischen Mutter, Sohn und dem Stiefvater. Afonso Henrique schlägt sich im Alter von 14 Jahren schließlich selbst zum Ritter. Er begehrt auf. 1128 kommt es dann zur entscheidenden Schlacht. Die Truppen von Mutter und Sohn kämpfen darum wem die Vormachtstellung in dieser Region gebührt. Dom Afonso gewinnt. Es sollte nicht bei einer siegreichen Schlacht bleiben. 11 Jahre später besiegt Afonso die Mauren und erklärt sein Herrschaftsgebiet für unabhängig und sich selbst zu Afonso I König von Portugal.

ZTeichnung der Burg aus dem 19. Jahrhundert.

Zeichnung aus dem Jahre 1863.

Da er hier geboren wurde und der Ort Guimarães vier Jahre lang Hauptstadt bleibt, spricht man bei diesem Monument bis heute von der Wiege Portugals. Die Geschichte der Burg geht ab diesem Zeitpunkt dennoch eher typisch weiter für eine Festung des Mittelalters. Ab dem 14. Jahrhundert wurde die Burg unter König Dinis auf den bautechnisch neusten Stand gebracht. Eine letzte große Bauphase beginnt und eine 2 km lange Befestigungsmauer entsteht dabei. Schließlich verliert die Festung ihren Nutzen. Im 15. Jahrhundert wird sie dann noch einige Zeit als Gefängnis genutzt und dann verlassen. Alles zerfällt zu einer Ruine. Diese soll im 19. Jahrhundert abgerissen werden. Doch aufgrund der Geschichte wird sie unter Denkmalschutz gestellt. Es wird mit Renovierungsarbeiten begonnen.

Anmerkung:

Dieser Beitrag entstand für den Miss Jones Adventskalender 2020. Aufgrund der Corona-Einschränkungen ein Adventskalender, der zum Träumen über fremde Orte anregen soll. Eine Vorfreude auf die Zeit nach der Pandemie. Ich stelle hier ausschließlich Orte vor, an denen ich noch nicht war, wo ich aber gerne einmal hin möchte.

Literatur:

https://www.burgen.de/burgen-und-schloesser/portugal/castelo-de-guimaraes/

https://www.atlasobscura.com/places/castelo-de-guimaraes-guimaraes-castle

https://austria-forum.org/af/Geography/Europe/Portugal/Pictures/Portugals_North/Castle_of_Guimaraes_1

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