Wikingersiedlung in der Türkei entdeckt

Vor wenigen Tagen gab die Archäologin Şengül Aydıngün, der türkischen Kocaeli Universität bekannt, dass sie mit einer Ausgrabung auf Spuren einer Wikingersiedlung unweit von Istanbul gestoßen sei. Bereits seit 6 Jahren erforscht die Wissenschaftlerin diese Region. Die Siedlungsfunde können in die Zeit zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert datiert werden. Das es sich wirklich um die Heimstätte von Wikinger*innen handelt zeigen einzelne Fundstücke. Diese gehören in den Privatbesitz von angehörigen dieser Kultur. Zum Beispiel eine Kette mit einem Anhänger, der die Schlange Jörmangandr bzw. die Midgardschlange zeigt. Nicht neu ist dabei die Erkenntnis, dass die Wikingerkultur Kontakt in diese, heute türkische Region hatte. Es gibt dabei nicht nur historische Dokumente. Der Handel zwischen den Kulturen lässt sich auch anhand von Fundstücken belegen. Diese Funde finden sich sowohl in den Gebieten der Wikinger als auch in der Türkei. Legendär ist dabei in ganz besonders Dokument: Ein Graffiti, dass ein Wikinger in Runenschrift in der Hagia Sophia hinterlassen hat:

Ein Ausschnitt ins Marmorgländers. In das Material reingeritzt steht ein Satz. Darüber ist in schild mit einer übrstzen Erklärung.

Hier steht: „Halfdan war hier!“ Graffiti aus dem 9. Jahrhundert (Bild: Public Domain).

Doch nicht nur der Handel könnte Halfdans Wege in den Süden geführt haben: Die Wikinger sollen eine gute Leibgarde byzantinischer Herrscher gewesen sein. Vermutlich handelte es sich vor allem um Rus, die am byzantinischen Hof als Söldner anheuerten. Rus, das sind die Wikinger die aus der Region kommen, in der heute Kiev liegt. Die Frage wo die weitgereisten lebten, in der Zeit, die sie in ferne verbrachten, war bislang aber unbeantwortet. Klar ist nur: Fremden war es verboten in Konstantinopel (heute heißt der Ort Istanbul) zu nächtigen. Die Byzantiner*innen hatten Angst vor den starken hochgewachsenen Menschen aus dem Norden. Und das nicht ohne Grund. Im 8. Jahrhundert hatten die Wikinger die Stadt gleich zweimal überfallen. Byzanz schuf deswegen nicht nur dieses Gesetz. Z.B. erlaubten sie den Wikingern nur, sich in Gruppen von maximal 35 Personen zu versammeln. Die nun aufgefundene Siedlung im nahegelegenen Bathonea gibt zumindest einen Teil der Antwort darauf, wie das von vielen Regeln bestimme leben, der Wikinger in der Fremde, ausgehen hat. Und vielleicht kennen wir nun auch Halfdans Wohnort.

Hinweis: Das Titelbild stammt aus der Dauerausstellung in Haithabu

Literatur:

https://www.hurriyet.de/news_tuerkei-archaeologen-entdecken-wikinger-viertel-in-istanbul104720_143540053.html

https://www.ancient-origins.net/news-history-archaeology/viking-mercenary-district-0014176

Viking Neighbourhood Found Near Istanbul

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