Erste DNA-Untersuchungen zu Megametropolen der Kupferzeit

Multikulti in der Kupferzeit lautet die Überschrift einer aktuellen Pressemeldung der Universität Kiel. Eine klare Überschrift für eine Arbeit auf eher wenig Datenbasis. Aber zugegeben die Mega Metropolen der Tripolye-Kultur sind ein spannendes Rätsel der Geschichte. Die Kieler Universität versucht ihr derzeit in einem umfassenden Forschungsprojekt auf den Grund zu gehen. Eine Mammutaufgabe, denn die riesigen Siedlungen in Osteuropa konnten bis zu 15.000 Einwohner fassen. Gigantische Zahlen in der Zeit zwischen 4.100 und 3.500 v. Chr. Die Merkmale dieser Kultur sind runde Siedlungen mit einer frühen urbanen Struktur, hochwertige Keramiken und eine intensive Nutzung von Lößböden für die Landwirtschaft (Bei Lößböden handelt es sich um besonders fruchtbare Schwarzerde). Das größte Rätsel waren bislang die Menschen selbst. So sind zwar riesige Siedlungen in Form von Hausgrundrissen belegt, doch Bestattungen welche mit diesen Orten zusammenhängen sind bislang kaum bekannt. Doch mit diesen wenigen Knochen machten die Forscher*innen der Uni Kiel nun DNA-Analysen um auf die Herkunftsgeschichte der Menschen rückzuschließen.

Eine Zeichnung von einer gleben Steppenlandschaft in der eine riesiege runde Siedlung errichtet ist.

So könnte eine Mega Siedlung in der Kupferzeit ausgesehen haben (Bild: Susanne Beyer)

Es handelt sich um ein eher wackeliges Ergebnis, wurden hierzu doch nur 4 Individuen aus Fundplätzen in der Ukraine und 4 aus der Republik Moldau untersucht. Die Stichproben zeigten, dass die Menschen der Tripolye-Kultur die untersucht werden konnten Nachfahren der Steppenbewohner*innen der direkten Umgebung gewesen sind. Die Analysen zeigen aber auch, dass sie Verwandte aus über 100 Kilometer Entfernung gehabt haben müssen. Die Diversität des gefundenen Erbgutes spricht dabei von familiären Kontakten in alle Richtungen. Die Annahme, dass eine kriegerische Invasion der Yamnajakultur um 3100 v. Chr. bleibende Spuren in der DNA der Megacitybewohnner*innen hinterlassen hat, konnte widerlegt werden, da kein entsprechend herausragendes Erbgut gefunden werden konnte. Ein zweites Ergebnis der Betrachtung ist, dass keines der untersuchten Individuen an einer Infektionskrankheit litt. So kann hier auch keine Pestepidemie oder ähnliches nachgewiesen werden. Allerdings ist mit bislang nur 8 untersuchten Individuen von 2 verschiedenen Stätten bislang nicht mehr bekannt als das, was eine Stichprobe uns eben Sagen kann. Es ist wie sooft bei DNA-Untersuchungen große Aussagen werden auf wenige Daten gestellt.

Literatur:

https://www.uni-kiel.de/de/universitaet/detailansicht/news/104-sfb1266-multikulti#

https://www.nature.com/articles/s41598-020-61190-0

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