Von genetischen Mustern auf den Mittelmeerinseln

Jede Mittelmeerinsel hat eigenes genetisches Muster“ lautet eine vielversprechende Überschrift im Presseportal der Wiener Universität. Eine spannende Erkenntnis über die DNA der Mittelmeerinselbewohner*innen. Forscher*innen haben DNA-Proben aus Knochenfunden von verschiedenen Mittelmeerinseln untersucht. Das Ergebnis zeigt: Die Besiedlung dieser Inseln fanden schon vor der Zeit der großen Seefahrerkulturen statt. Ein komplexes Muster mit Einwanderungen aus Asien, Afrika und Europa zeichnet sich in dieser Untersuchung ab. Die Untersuchungen der Knochenproben belegen, es gab einen überseeischen Kontakt der von allen Seiten des Mittelmeeres ausging. Besonders signifikant ist ein genetisches Muster, dass sich auf Sardinien findet und das seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit) gleich geblieben ist. Auf anderen Mittelmeerinseln ist schon ab der Eisenzeit kaum noch DNA nachweisbar, welche auf eine Verwandtschaft mit den ersten Besiedlern hindeutet. Doch diese allgemein Aussagen sind ein Problem. Denn die DNA-Forschung ist bei weitem nicht so etabliert, wie man es bei so einer sehr eindeutigen Erzählweise der Ergebnisse glauben würde.

Ein gelber DNA Strang vor einem schwarzen Hintergrund

DNA (Bild: William French)

Der Teufel steckt im Detail: Tatsächlich wird angegeben, dass die DNA von 66 Individuen untersucht wurden. 66 Individuen von mehr als 160 Inseln, verstreut über einen Zeitraum von mehreren 1000 Jahren. Es handelt sich also beim aktuellen Forschungsstand maximal um Stichproben. Die Aussagen über die Geschichte können sich also bei der Betrachtung von mehr genetischen Material zu dieser Fragestellung noch stark ändern. Die Geschichte jeder einzelnen Insel kann eine andere sein, aber es wurden erheblich weniger Proben genommen als es Inseln im Mittelmeer gibt. Aussage Jede Mittelmeerinsel hat ein eigenes genetisches Muster kann also nicht wirklich beantwortet sein. Hinzu kommt: Eine zufällig ausgewählte Stichprobe kann dazu führen, dass ein Individuum mit einer eher außergewöhnlichen Geschichte seiner*ihrer Zeit untersucht wird, welche dann auf die gesamte Gesellschaft dieser Zeit bezogen wird. Das bedeutet, es besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse der DNA-Analysen fehlinterpretiert werden. handelt es sich um die modernsten und besten Erkenntnisse, auf die die Forschung heute kann. Das ganze 66 Individuen für eine Untersuchung werden, ist eine tatsächlich relativ hohe Zahl. Überraschende Ergebnisse aus der Bereich der genetischen Erforschung der Menschheitsgeschichte werden uns also noch lange begleiten, denn dieser Forschungsbereich steht in seiner Geschichte sehr viel mehr am Anfang als weitläufig angenommen. Es gilt also: Vorsicht bei verallgemeinernden Aussagen! Wie man unter diesem Geschichtspunkt eine Schlagzeile wie Jede Mittelmeerinsel hat ein eigenes genetisches Muster bewerten jeder selber entscheiden, lasst mir doch einen Kommentar da, wenn ihr eine Meinung zu diesem Thema habt.

Der Teufel steckt im Detail: Tatsächlich wird angegeben, dass die DNA von 66 Individuen untersucht wurden. 66 Individuen von mehr als 160 Inseln, verstreut über einen Zeitraum von mehreren 1000 Jahren. Es handelt sich also beim aktuellen Forschungsstand maximal um Stichproben. Die Aussagen über die Geschichte können sich also bei der Betrachtung von mehr genetischen Material zu dieser Fragestellung noch stark ändern. Die Geschichte jeder einzelnen Insel kann eine andere sein, aber es wurden erheblich weniger Proben genommen als es Inseln im Mittelmeer gibt. Die Aussage „Jede Mittelmeerinsel hat ein eigenes genetisches Muster“ kann also nicht wirklich beantwortet sein. Hinzu kommt: Eine zufällig ausgewählte Stichprobe kann dazu führen, dass ein Individuum mit einer eher außergewöhnlichen Geschichte seiner*ihrer Zeit untersucht wird, welche dann auf die gesamte Gesellschaft dieser Zeit bezogen wird. Das bedeutet, es besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse der DNA-Analysen fehlinterpretiert werden. Nichtsdestotrotz handelt es sich um die modernsten und besten Erkenntnisse, auf die die Forschung heute zurückgreifen kann. Das ganze 66 Individuen für eine Untersuchung beprobt werden, ist eine tatsächlich relativ hohe Zahl. Überraschende Ergebnisse aus der Bereich der genetischen Erforschung der Menschheitsgeschichte werden uns also noch lange begleiten, denn dieser Forschungsbereich steht in seiner Geschichte sehr viel mehr am Anfang als weitläufig angenommen. Es gilt also: Vorsicht bei verallgemeinernden Aussagen!

Wie man unter diesem Geschichtspunkt eine Schlagzeile wie „Jede Mittelmeerinsel hat ein eigenes genetisches Muster“ bewerten möchte, kann jeder selber entscheiden, lasst mir doch einen Kommentar da, wenn ihr eine Meinung zu diesem Thema habt.

Literatur:

https://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/jede-mittelmeerinsel-hat-eigenes-genetisches-muster/

https://www.nature.com/articles/s41559-020-1102-0

Ein Gedanke zu „Von genetischen Mustern auf den Mittelmeerinseln

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