Die Frau mit dem roten Haar

Die Bandkeramiker legten einigen Bestattungen kleine Idolfiguren bei. Solche Figuren sind vor allem in Mittel- und Südosteuropa zu finden. Die dargestellten Menschen tragen dabei vmtl. Kleidung für besondere Anlässe, eine Alltagskleidung lässt sich von diesen Darstellungen also nicht ableiten. Besonders auffällig ist, dass viele dieser Figuren zerbrochen sind. Deswegen gibt es die Vermutung, dass das Zerbrechen einer solchen Figur Bestandteil eines Rituals gewesen ist. Die Theorien, wozu sie gedient haben sind Vielfältig. Es gibt Interpretationen von symbolhaften Ahnendarstellungen, bis zu der Annahme, dass diese Figuren anstelle von Menschen geopfert wurden. Was genau sich die Menschen des Neolithikums (Jungsteinzeit) dachten, werden wir aber vermutlich nie erfahren.

Die hier gezeigte Figur stammt aus der älteren Linienbandkeramik-Kultur und datiert damit in eine Zeit vor 7.400 – 7.200 Jahren. Die ca. 9,7 cm hohe Figur stammt aus Eilsleben in Sachsen-Anhalt und besteht aus Ton. Sie war dem Anschein nach einmal bunt bemalt gewesen. Die Kurzhaarfrisur dieser Frauendarstellung war mit Hämatit rot gefärbt und im Bereich der Brust lies sich noch eine Farbschicht aus Pech feststellen. Eine weitere Figur, mit rot gefärbter Kurzhaarfrisur wurde in Frankfurt am Main entdeckt. Diese Figur hat allerdings anstelle eines Gesichtes einen Entenschnabel. Die Figur aus Eilsleben ist heute ausgestellt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.

Literatur:

Uta von Freeden und Sigmar Schnurbein: Germanica – Unsere Vorfahren von der Steinzeit bis zum Mittelalter, Augsburg 2002.

Harald Meller: LebensWandel – Früh- und Mittelneolithikum. In: Begleithefte zur Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, Band 3. Halle (Saale) 2008.

Andrea Zeeb-Lanz und Andy Reymann: Löwenmenschen und Schamanen – Magie in der Vorgeschichte, AiD Sonderheft 16 2019, Darmstadt 2019.

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