Das Minarett von Djam

Über 60 m hoch ragt es empor: das Minarett von Djam (Dscham;Jam) in Afghanistan. Es besteht aus Backstein, in den filigrane Muster geritzt wurden. Einige Ornamente aus Türkis sind auf dem fein gearbeiteten Bauwerk angebracht. Das Minarett wurde von Sultan Goriden Ghiath al-Din am Fluss Hari errichtet. Im 12. Jahrhundert war es eines der markantesten Gebäude der Stadt Firuzkuh, deren Überreste heute gemeinsam mit dem Turmbau UNESCO-Weltkulturerbe sind. Hier wurden die Relikte der Ghuridendynastie unter Schutz gestellt. Eine Herrscherdynastie deren Hauptsitz in Firuzkuh vermutet wird und deren Herrschaftsbereich sich zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert bis über Teile Nordindiens erstreckt haben soll. In diesem Zusammenhang wird auch Diskutiert, ob es sich evtl. gar nicht um ein Minarett sondern um den Siegesturm einer herrschaftlichen Sommerresidenz handeln könnte.

Zwar ist der Bau in einem einwandfreien Zustand, dennoch steht er auf der roten Liste der UNESCO. Ein Problem ist, dass der 1194 errichtete Bau direkt an einem Flussufer steht in dem es immer wieder Überschwemmungen gibt. Bei heftigen Regenfällen drohte das Fundament schon mehrfach unter spült zu werden. Es ist freiwilligen Helfern aus der Umgebung zu verdanken, dass es dieses Kulturerbe noch gibt, denn das Land Afghanistan selber hat nicht die Mittel um einen Schutz dieser Stätte zu gewährleisten. Durch die immer wiederkehrenden Unterspülungen steht das Minarett von Djam seit einigen Jahren leicht schief, und die Frage ist, wie lange es unter diesen Bedingungen noch bewahrt werden kann.

Literatur:

https://whc.unesco.org/en/list/211/

http://www.weltkulturerbe-online.info/afghanistan/welterbe-afghanistan.htm

https://www.nau.ch/news/europa/hunderte-helfer-retten-beruhmtes-minarett-in-afghanistan-vor-einsturz-65529936

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.