Die Bowleschale einer keltischen Prinzessin – Der Krater von Vix

Der Krater von Vix ist mehr als ein einfaches Gefäß. Er wurde in dem Grab einer Keltischen Frau in Vix (Frankreich) gefunden. Es handelte sich dabei nicht das Grab irgendeiner Frau. Ihre Beigaben waren so reichhaltig, dass sie oftmals als Priesterin oder Prinzessin gedeutet wird. Vielleicht war sie sogar eine Herrscherin. Das Grab der reichen Keltin wurde ca 570 v. Chr. angelegt.1952 und 53 wurden dann die ersten Stücke aus diesem Grab entdeckt. Eine Vielzahl an besonders prunkvollen Objekten kamen zum Vorschein, darunter auch immer wieder griechische und etrusktische Keramik. Aber nicht nur die Funde machen dieses Grab einmalig, sondern auch die Bauweise des Grabes, dass mit einem Steinkranz mit 22 m Durchmesser umgeben war.

Eines der herausragendsten Stücke ihrer Grabausstattung ist der Krater von Vix. Dieses Gefäß besteht aus Bronze und hat eine unfassbare Höhe von 1,64 m. Er wurde in ca. 530 v. Chr. In Norditalien in einer griechischen Werkstatt gefertigt und gelangte über die Alpen an den Fuß den Mont Lassois nach Vix. Damit ist dieser Krater ein Beweis dafür, dass es einen Austausch zwischen dem Griechisch/Etruskischen Raum in Norditalien und den nördlich lebenden Kelten gab. Auch im Vergleich mit anderen Gefäßen dieser Art ist der Krater von Vix besonders Groß und Prunkvoll. Kratere wurden in der Regel mit Drinks gefüllt, welche so für ein Gelage vorbereitet wurden. Es handelt sich also um eine Art Bowleschale der reichen Oberklasse aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Heute ist der Krater im Museum in Châtillion-sur-Seine zu sehen.

Literatur:

Bruno Chaume, Laurent Oliver und Walter Reinhard, Das keltische Heiligtum von Vix. In: Heiligtümer und Opferplätze der Kelten, Hamburg 2005.

Jasper Gaunt, Two krateres lakonikoi? The Dedications of Phanodikos son of Hermokrates of Prokonessos and of Phalaris tyrant of Acragas, Babesch 88, 2013.

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