3 seltsame Dinge die ich auf Lampedusa gefunden habe

Lampedusa ist eine Insel, welche oft in den Nachrichten zu sehen ist, wenn es um Flucht geht. In meiner Zeit vor Ort habe ich entdeckt, dass Lampedusa nicht nur eine wunderschöne Insel ist sondern sich hier viel mehr entdecken lässt als auf den ersten Blick angenommen. Damit meine ich nicht die oftmals als Touristen-Geheimtipps benannten Ausflugsziele wie: der schönste Strand Europas „Spiaggia dei Conigli“, die Delfinbeobachtungstouren oder die Schildkrötenschutzstation.

Abseits der Pfade ist Lampedusa unglaublich schön.

Die Landschaftliche Schönheit der kargen Wüste im Meer hat einen ausgesprochen schönen Charme, und kleine Skurrilitäten, wie eine Tür in den Berg machen Lampedusa bereits zu etwas besonderen. Ich wollte die landschaftliche Schönheit Lampedusas genießen, und machte mich auf, sie genau zu beobachten. Beim Erkunden nicht ausgeschriebener Pfade wird schnell klar, dass diese Insel auch sehr merkwürdige Seiten hat. Deswegen zeige ich euch hier meine 3 merkwürdigsten Entdeckungen:

3. Schrotgewehr-Kaliber zerstörten Steinbruch mit Minion-Beton-Iglus

Ein total zerstörtes Gebäude

Eine der Wanderungen die ich unternahm führte mich in eine Gegend, in der ein völlig zerstörtes Gebäude stand. Es soll sich um Gebäude handeln, welche zu einem geschlossenen Steinbruch gehören. Das alte Gebäude ist in seine Einzelteile zerfetzt, und Stahlträger ragen wirr aus Betonmauern hervor. Es ist ein faszinierendes Fotomotiv mit einem extrem morbidem Charme.

Es sieht aus wie bei Star Wars, aber diese Betonhütten sind nur Kniehoch.

Das Gelände wirkt gruselig zerfallen, und merkwürdige Betonteile liegen daneben in der Wüste herum. Von weitem sehen sie aus wie Iglus, aber je näher man ihnen kommt, um so kleiner wirken sie. Es ist ein wenig wie bei Michael Ende und dem Scheinriesen. Diese, wie auch immer sie genannt werden, sind gerade einmal Kniehoch, Aber wofür sie gut sind bleibt eine Frage. Auch wenn es mich nicht Wundern würde, wenn ein Miniatur Luke Skywalker aus ihnen hervortreten würde.

Viel mehr fällt auf, dass der gesamte Boden in dieser Umgebung übersäht ist mit Hüllen der Munition von Schrotgewehren, Größe Kaliber 12. Das ist ein Standartkaliber. Der Boden ist so sehr übersäht, dass es nicht möglich scheint einen Fußtritt zu machen ohne auf Munitionshülsen zu treten. Das ist erstaunlich, denn Lampedusa ist zwar übersäht mit Militärsperrzonen, aber dieses Gebiet gehört nicht dazu. Es wirkt als hätten sich hier unzählige Schießereien abgespielt, und dabei steht man kurz vor dem Ende Europas, mitten in einer Steinwüste, in der es nichts gibt außer Heuschrecken. Neben den zerfallen Gebäuden wirkt es so, als hätte Armageddon hier bereits stattgefunden.

Verschiedene Patronenhülsen, die dort herum lagen

2. Hausruinen aus dem Mittelalter?

Von weitem, zumeist von schon von der Straße aus zu sehen, waren kleine Ruinen, zerfallene Grundstücke, von denen nicht mehr als aus Bruchsteinen aufgeschichtete Grundstücksumwallungen geblieben waren. Von weitem sah all dies interessant aus, doch ich traute mich zunächst nicht dorthin. Mein Hauptgrund war, dass fast überall auf der Insel irgendjemand irgendeinen Schießbefehl für diese oder jene Stelle der Insel hatte, und es so oft sehr gefährlich schien, sich abseits der Wege zu bewegen.

Hausruinen auf Lampedusa

Doch nach einiger Zeit gewöhnte ich mich daran. Das Militär und Waffen wurden allgegenwärtig. Um so mehr man sich von den touristischen Gegenden entfernte, um so bedrohlicher wirkte die Kulisse. Aber um so allgegenwärtiger diese Bedrohung wurde um so weniger konnte ich diese Kulisse ernst nehmen. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr halten, und begann die Wüsteninsel trotz aller Warnungen querfeldein zu erkunden. Niemand bemerkte dies, vermutlich, weil sonst selten ein Mensch auf dieser Insel querfeldein läuft. Bei meinen Streifzügen beobachtete ich kleine alte zerfallene Wohnhäuser.

Die alten Gebäude stehen wie Skelette in der Wüste

Es handelt sich in einem Falle um ein aus Stein gebautes Haus, eine Hütte, welche in der nähe der südlichen Steilküste der Insel errichtet war. Das Strohdach war zur Hälfte eingestürzt, die Tür lang vergangen. An einigen Stellen fand sich noch Putz an den Wänden. Was mit beeindruckte war ein Stein, der sich im Türsturz befand war. Er war verziert mit der Zahl 1237. „Ist das ein Fake?“ Fragte ich mich. Wann wurde das Gebäude verlassen? Und wenn es wirklich schon so alt ist, warum zerfällt es? Wäre das nicht ein interessanter Touristenmagnet? Welcher Teil der Inselgeschichte hat sich hier abgespielt? Leider kenne ich niemanden der sich mit dem Mittelalter in dieser Region auskennt, und ich weiß nicht um was für eine Art Gebäude es sich genau handelt, aber wenn dieses Haus tatsächlich schon 800 Jahre alt ist, sollte es auf jeden Fall geschützt und erforscht werden.

Stein aus Türstock

Ich erkundete die Umgebung, in der ich noch weitere bauliche Reste fand. Etwas abseits unter einem Gebüsch entdeckte ich schließlich eine Art Apsis. Was kann das gewesen sein? Ein Rest eines weiteren Gebäudes? Ein religiöses Gebäude? Ein Ofenrest? Ehemaliger Eiskeller? Leider wurde es langsam Dunkel, als ich meine Beobachtungen machte, sodass mir nicht mehr viel Zeit blieb Fotos zu machen.

Wozu gehört diese Baustrucktur?

1. Ich kenne nicht mal ein Wort dafür!

Kennt jemand ein Wort dafür?

Gar nicht weit von diesen scheinbar mittelalterlichen Spuren, ein Stück in Richtung Küste fand ich dann noch etwas anderes, was mir Rätsel aufgab. Leider kenne ich absolut kein Wort, was dieses Irgendwas annähernd richtig beschreiben würde. Es handelt sich um eine Art unterirdisches Labyrinth. Zu Teilen lag die halbrunden Strukturen oben offen, so wie Stockwerke ohne Dach, in die man von Oben hinein sieht. Andere Bereiche waren dabei Überdacht. Die Dächer waren dabei ebenerdig. Von diesen runden verwinkelten Strukturen, konnte man durch Treppen in tiefere Räume eintreten, welche unterirdisch verliefen und ebenso in runden Strukturen angelegt gewesen sind. Zu Teilen waren diese Räume eingestürzt oder mit Schutt verfüllt. Ich kam mit meiner Erkundung nicht weiter. Zwischen diesen Strukturen befindet sich oberirdisch eine kreisförmige Betonplatte, aus welcher Pfosten ragen, welche kreisförmig angeordnet sind. Ein wenig erinnerte mich alles an den englischen Fundplatz Skara Brae. Aber Die Räume waren viel Kleiner, und der Bau bestand zum Teil aus modernen Baumaterialien. Ich frage mich bis heute, was habe ich da gefunden?

Runder Platz

Weitere Bilder zu meinen Beobachtungen habe ich euch in meiner Galerie „Abseits der Pfade –  Querfeldein auf Lampedusa“ zusammengestellt. Wenn ihr Ideen habt, was ich da gefunden haben könnte, dann würde ich mich über eure Ideen dazu freuen.