10 Bücher die ich gerne hätte

Bei besuchen in Buchhandlungen oder Museen, in Bibliotheken oder manchmal auch auf irgendwelchen Grabbeltischen finden sich Bücher. Ich liebe es in ihnen zu Blättern. Manchmal finde ich dabei kleine Schätze, und meistens nehme ich sie mir mit. Doch es gibt einfach Tage, an denen habe ich nicht genug Geld eingepackt, oder keine Tasche um das Buch zu Tragen, oder ich bin generell zu Pleite um mir bestimmte Bücher zu leisten. An einige dieser Bücher denke ich sehr oft, und ärgere mich, dass ich sie noch nicht in meinem Regal stehen habe. Die 10 Bücher an die ich dabei am häufigsten denke habe ich einmal für euch in eine Top 10 gepackt:

10. Jochen von Fricks – Wikingerschiffe

Als ich in diesem Buch geblättert habe wollte ich es kaum aus der Hand geben. Es war im Schwedenspeichermuseum in Stade im Museumsshop. Doch ich hatte nicht genügend Geld dabei um nach dem Museumsbesuch noch Bücher zu bezahlen. Und so blätterte ich lange und begeistert in diesem Buch. Es enthält detailliert technische Erklärungen. Sie sind gut illustriert und so erklärt, sodass auch technische Laien verstehen was gemeint ist. Wer sich mit Wikingerschiffen auseinandersetzen will findet hier definitiv eine gute Einstiegslektüre. Das Buch orientiert sich an gefunden Schiffswracks welche gezeigt und in ihrer Bauweisen analysiert werden. Das Schiffsbauwerk wird dabei eher faszinierend als langweilig technisch dargestellt. Schiffe sind generell eine sehr interessante Fundgattung. Gerade die Schiffe welche aufgrund guter Holzerhaltungsumstände Aufschluss über den Technischen stand einer Gesellschaft geben können. Dieses Thema ist also ein wichtiges Puzzle-teil beim Verständnis der Wikingerzeit.

9. Kelten – Bilder ihrer Kultur – Helmut Birkhan

Bei den Recherchen zu einem Artikel stieß ich auf einen Bilderkatalog, welcher den Eindruck über die Sachwelt der Kelten vertieft. Viele Fotografien verschiedener Objekte fesselten mich als ich dieses Buch zum ersten mal in den Händen hielt. Ich versank tief in einem Sessel in einer Wiener Bibliothek. Diese wollte schließen, und ich zögerte den Moment das Buch aus der Hand geben zu müssen heraus bis zum letzten Moment.
Ich möchte den Katalog denjenigen empfehlen welche sich tiefer in die Objektwelt der Kelten hinein denken wollen, und sich mit ihrer Sachkultur auseinander setzen. Die Beschreibungen sind kurz und kapp gehalten, und sowohl Deutsch als auch Englisch. Alles ist relativ einfach zu verstehen. Jedes mal wenn ich diesen Katalog irgendwo entdecke, kann ich mich nicht mehr zurück halten, und muss einfach Stundenlang zu blättern und staunen. Denn es sind vor allem die gezeigten Objekte, welche mich von diesem Buch träumen lassen.

8. Inka – Gold. Macht. Gott.

Dieses Buch trägt das Wort „Gold“ bereits im Titel. Und tatsächlich würde ich es aufgrund seiner hochgelobten Bebilderung gerne haben. Da ich bislang nie die Gelegenheit hatte mich tiefer-gehend mit den Inka auseinander zu setzten, würde ich mir gerne, zumindest oberflächlich ein bisschen know how anlesen. Die Peruanische Inkakultur wäre für mich dabei ein faszinierender Einstieg. Die Bilder von den Objekten die in diesem Buch gezeigt werden, sind dabei nicht nur Hochqualitativ, sondern eine große Motivation mich eingehender mit diesem Teil der Welt auseinander zu setzten.

7. Palmyra – Biographie einer verlorenen Stadt

Seit dem in Syrien der Krieg ausgebrochen ist verfolge ich immer wieder die Umstände archäologischer Fundstätten und Museen in dieser Region. Palmyra wurde von Krieg und Terrorismus besonders schlimm getroffen. Die Diskussion wie die Fachwelt jetzt damit umgeht ist in vollem Gange, und die ersten Ideen für einen Wiederaufbau der Stätte kursieren bereits. Die meisten Informationen zu diesem Thema habe ich bislang verschiedensten Medien entnommen, an deren Wahrheitsgehalt ich zum Teil zweifele, weil ich nicht weiß inwieweit welche Politische kraft in ihnen mitgeschrieben hat. Dieses Buch jedoch, ist eine seriöse Quelle, welche auch die Geschichte der Fundstätte beleuchtet. Ich möchte dieses Buch deswegen unbedingt lesen, und zum nachschlagen in meinem Regal stehen haben.

6. Die Macht der Toga – Dresscode im Römischen Weltreich

Die Macht der Toga ist ein eher vielfältiges Buch, dass das Thema Kleidung aus zahlreichen Blickwinkeln betrachtet. Ich würde mir dieses nicht unbedingt gerne in das Regal stellen, weil ich mir damals die Ausstellung selber angesehen habe. Diese Fand ich nämlich tatsächlich nur von den Ausstellungstücken gesehen interessant. Die Machart, und Darstellung der Ausstellung lud nicht unbedingt zum Verständnis oder zum erwecken von Faszination ein. Mittelprächtig war mein Urteil, als ich damals das Museum in Hildesheim verlassen hatte. Den Ausstellungskatalog sah ich mir damals nicht richtig an.
Schade denn, der eigentliche Mehrwert dieses Projektes ging damals hauptsächlich von den Dingen aus, die ich im Nachhinein lesen durfte. In einer Bibliothek fiel mir dieses Buch zunächst in die Hand. Immer wieder Habe ich seit dem einzelne Kapitel in gelesen, und immer wieder einfach nur geblättert. Dabei wurde es nie langweilig. Das Menschen sich kleiden ist immerhin ein besonderes Phänomen. Was da alles an Symbolkraft, oder Textiltechnik, hinter stecken kann und wie man dies erforscht wird hier in einer besonders eingängiger Weise gezeigt. Techniken der Textilforschung und Beispiele die sich nicht nur auf die Römer beziehen, sondern vielmehr kulturübergreifend sind finden sich in diesem Werk. Es gibt einen guten Überblick zum Thema Textilforschung, und aus diesem Grund hätte ich es gerne bei mir zuhause.

5. Die Anfänge der Menschheit von Dr. Alice Roberts

Zugegeben, das Buch wirkt sehr populärwissenschaftlich, und das ist es sicherlich auch. Aber es glänzt dadurch auch in einfachen Erklärungen, und ist Kinderleicht zu verstehen. Die Reiche Bebilderung und gute Grafiken über die Geschichte der Menschheit lassen sich für den ein oder anderen Vortrag gut verwerten. Für jeden Studi, der noch Bildmaterial für sein Referat über die Menschheitsgeschichte braucht ein Tipp für anschauliche Gestaltung. Es geht in diesem Buch nicht nur darum unsere Vorfahren darzustellen, sondern vielmehr um die zusammenhänge. Es wird auch beispielsweise erklärt, wie Gesichtsrekonstruktionen zu Stande kommen. Alles in allem ist es ein gutes Buch um in dieses Thema einzusteigen. Und da ich die Urgeschichte in meinem Studium viel zu oft ausgeklammert habe, wäre das für mich eine wichtige Ergänzung. Ich habe das Buch einmal an einem kleinen archäologischen Bücherstand entdeckt, und konnte es an diesem Tag einfach nicht Transportieren. Ansonsten würde es lange schon bei mir zuhause im Regal stehen.

4. Die frühchristlichen Mosaiken von Ravenna: Bild und Bedeutung

Das Buch „Die frühchristlichen Mosaiken von Ravenna“ ist eines der Bildbände welche mich elektrisiert haben. Ich habe es das erste mal in Ravenna in der Hand gehalten, und hatte nicht genug Geld um es mir zu leisten. Und außerdem wog es gefühlt 20 Kilo. Es war schlicht unmöglich es auch noch in meinen Backpacker-Rucksack zu stopfen. Doch ich war begeistert einfach Stundenlang auf diese Technisch hochqualitativen Aufnahmen spätantiker Mosaike zu blicken. Dieser Bildband zeigt die Mosaike von Ravenna allumfassend. Es war mir unmöglich mich an ihnen satt zu sehen. Hin und wieder habe ich mich dennoch in die Texte von Jutta Dresken-Weiland eingelesen, und war immer wieder überrascht wie leicht man einfach auch mittendrin in den Text mit dem lesen einsteigen kann. Die Erklärungen wirkten dabei eingängig und lassen einen die Welt des frühen Christentums verstehen. Mir die Mosaike in dieser Qualität nach hause zu hohlen, dass ist für mich eine besonders schöne Vorstellung. Ich träume deswegen von diesem Buch.

3. Die Neandertaler und wir: Meine Suche nach den Urzeit-Genen

Ich weiß nicht ob dieses Buch besonders gut oder schlecht geschrieben ist, aber es interessiert mich brennend das heraus zu bekommen. Mit intensiver Anspannung hat die Fachwelt die Arbeit von Svante Pääbo über Jahre verfolgt. Er beschäftigt sich mit der Entschlüsselung der Neandertaler-DNA und dem Verhältnis des Neandertalers zum Homo Sapiens. Ich hoffe durch dieses Buch Hintergründe zu erfahren, und zu verstehen, was jetzt eigentlich das genaue Ergebnis dieser Forschung ist, wie es zustande gekommen ist, und welche Wege diese Arbeit genommen hat. Welche Hürden und Probleme, und welche Glücksfälle und Ideen zu dem Wissenschaftlichen Verlauf beigetragen haben. Vor allem aber hoffe ich, dass ich nachdem ich dieses Buch gelesen habe selber gut erklären kann, wie nun das Verhältnis zwischen Neandertaler und Homo Sapiens eigentlich aussieht. Außerdem hinterfrage ich fortwährend den Sinn und Unsinn von DNA Analysen in der Archäologie, und hoffe auf frische Argumente für meinen eigenen inneren Disput.

2. Im Schatten von Angkor

Angkor, einer dieser Orte, die ich unbedingt sehen will in meinem Leben. Ort der Sehnsucht, Ort der Vergangenheit. Die Ruinen der bereits in der Bronzezeit besiedelten Großstadt, sind faszinierend und fesselnd zu gleich. Ich hatte schon das vergnügen, in dem Buch von Maj lin Tjoa-Bonatz und Andreas Reinecke zu blättern. Es lag bei einem Bücherstand auf der DGUF-Tagung 2016. Ich dachte damals, ich hohle es mir später, damit ich es nicht die ganze Zeit mit mir herum schleppen muss, doch später hatte es mir dann jemand anderes vor der Nase weg geschnappt.
Schade, denn die Erklärungen waren gut gemacht, und zeitlich sehr umfassend. Das Buch ist reich bebildert, und lädt dazu ein sich für das Thema zu faszinieren. Liebevoll wird die Geschichte Angkors im Zusammenhang mit der Umgebung, und über die Zeitalter hinweg erklärt. Da Angkor zu den 10 Reisezielen gehört, welche ich in meinem Leben unbedingt sehen möchte, ist dies eine gute Einstiegslektüre in eine Kultur welche ich in meinem Studium nie behandelt habe.

1. Sagenhaftes Äthiopien von Klaus Dornisch

Seitdem ich von der Existenz dieses Buches weiß, will ich es haben. Ich hatte noch nicht das vergnügen einen Blick hinein zu werfen, aber die kulturelle Vielfalt, und die Geschichte dieses Landes am Horn von Afrika fasziniert mich seit einiger Zeit. Die Vergangenheit Äthiopiens ist für mich so interessant wie die Geschichte kaum eines anderen Landes. Als ich begann meine Weltreisepläne zu schmieden, war Lalibela das erste Reiseziel, dass ich festlegte, und das ich mir auf jeden Fall einmal ansehen will. Leider liegt dieser Traum noch immer in der Zukunft.
Doch Äthiopien ist weit mehr als dieser faszinierende Ort mit in den Stein geschlagenen christlichen Tempeln, und einer ganz eigen Form den Christentums. Hier findet sich die wiege der Menschheit, und auch eine einzigartige Form der Megalithik. Da ich glaube, dass die Archäologie sich viel zu sehr auf bestimmte europäische Gebiete bezieht ist Äthiopien ein faszinierender Gegenpol der gängigen Diskurse. Aus diesem Grund, und aufgrund der Faszination die mich bei allem umgibt sobald es um Äthiopien geht, steht dieses Buch auf meiner Wunschliste auf Platz 1!